architektur.aktuell 04/2007

architektur.aktuell 04/2007

architektur.aktuell

Behnisch Architekten: Forschungslaborgebäude DCCBR der Universität von Toronto, Kanada | DCCBR Research Laboratory Building, University of Toronto, Canada

Photos: Tom Arban, David Cook, Ben Rahn, Martin Werminghausen; Text: Falk Jaeger
German Guru

Stefan Behnisch ist die erfreuliche Ausnahme von der Regel im europäischen Architekturbetrieb: Aus England und den USA wird Baudesign in der Regel importiert, nicht dorthin exportiert. Dass man in Nordamerika aber auch mit den klassischen europäischen Qualitäten wie technische, ästhetische und ökologische Brillanz punkten kann, beweist ein neuer Laborbau eines der wichtigsten deutschen Hoffnungsträger verantwortungsvollen Bauens. 


Ibos & Vitart: Archiv des Department Ille et Vilaine in Rennes, Frankreich | Archive of the Departement Ille et Vilaine in Rennes, France

Photos: Stéphan Chalmeau; Text: Dominique Boudet
Modernität ohne Wenn und Aber

Es ist für die französische Architekturszene charakteristisch (und leider auch für jene der Nachbarländer), dass einige der talentiertesten Architekturbüros immer mit dem Überleben kämpfen, obwohl ihre seltenen umgesetzten Arbeiten von der Kritik hymnisch gefeiert werden. Das Büro Ibos & Vitart ist ein perfektes Beispiel für diese gleichermaßen paradoxe wie skandalöse Situation. 


René van Zuuk: Bürohochhaus, Lelystad, Niederlande | High-rise Office Building, Lelystad, Netherlands

Photos: Christian Richters, David Rozemeyer; Text: Robert Uhde
Hommage an M. C. Escher

Ob beim biomorphen Neubau des Amsterdamer Architekturzentrums Arcam oder bei seinem dynamisch gewellten Wohnblock “The Wave” in Almere (architektur.aktuell 11/2005) – das einfach Orthogonale gehört ganz offensichtlich nicht zu den Lieblingsdisziplinen des niederländischen Architekten René van Zuuk. Jetzt hat er ein Bürogebäude in Lelystad, der Hauptstadt der Polderprovinz Flevoland, fertig gestellt. Dem vorgegebenen engen Gestaltungsrahmen des “Niederländischen Grachtenhauses” trotzend, hängte er dabei einen ornamental gestalteten Vorhang aus Betonelementen vor die eigentliche Fassade. Der achtgeschoßige Bau wird so deutlich aus der Nachbarbebauung hervorgehoben.


Brückner & Brückner: Heizkraftwerk Würzburg, Deutschland | Combined Heat and Power Plant, Würzburg, Germany

Photos: Constantin Meyer; Text: Claus Käpplinger
Urbaner Baustein aus Silber und Kupfer

Radikalität aus Sensibilität gegenüber Programm und Ort zeichnet die Architekten Christian und Peter Brückner aus. In Würzburg haben die beiden Brüder aus der oberpfälzischen -Provinz gegenüber ihrem viel gelobten Umbau eines alten Hafenspeichers zum “Kulturspeicher Würzburg” erneut ein Gebäude auf völlig unerwartete Weise transformiert. Die Erweiterung eines sehr heterogenen Kohlekraftwerks um eine neue, gekoppelte Kraft-Wärmeanlage nutzten sie für einen neuen urbanen Baustein, der große Dimensionen nicht scheut. Seine neue Gliederung mit einer changierenden Haut aus Metallflügeln ließ einen attraktiven Vexierkörper entstehen, der das Zeug zum einem neuen Stadtwahrzeichen hat.


Riepl Riepl: Bahnhofcity Wels, Oberösterreich | Austria

Photos: Josef Pausch; Text: Romana Ring
Die Chancen der Neuordnung

Österreichische Bahnhofsgegenden haben sich in den letzten Jahren von Schmuddelwinkeln zu urbanen Hoffnungsgebieten gemausert. In ihrer Entstehungszeit noch an der Peripherie gelegen, stellen sie, vom Wachstum der Siedlungen längst ins Zentrum geholt, wertvolle Baulandreserven dar, die ein jahrzehntelanger Schlummer der Vernachlässigung bemerkenswert frisch gehalten halt.


Ganahl-Ifsits-Larch: Linz AG Center, Linz | Austria

Photos: Margherita Spiluttini, Rupert Steiner; Text: Matthias Boeckl
Arbeitsraum, Stadtraum, Kunstraum

Wie macht man einen Standard-Bürobau zum Identitätsträger, zum kulturellen Ereignis und zum städtebaulichen Mehrwert-Lieferanten? Ganahl-Ifsits-Larch zeigen gemeinsam mit Bernhard Leitner in Linz, wies geht: Wettbewerb gewinnen, im ersten Bauteil den Standard höchstmöglich hinaufschrauben, im Folgeauftrag des zweiten Bauteils dann die städtebaulich-künstlerische Perfektion auch im halböffentlichen Sektor ist vieles möglich! 


HALLE 1: Wohn- und Geschäfsthaus Fallnhauser in Salzburg-Lehen | Fallnhauser Residential and Commercial Building in Salzburg-Lehen, Austria

Photos: Gebhard Sengmüller; Text: Roman Höllbacher
Cote d’Azur in Salzburg-Lehen

Der Stadtteil Lehen in Salzburgs Norden ist nicht gerade das Herzeigequartier der Mozartstadt. Zwischen Baracken und sozialen Wohnbauten entstand hier seit den 1950er Jahren eine dichte, damals moderne und hochwertige Stadterweiterung, die aber später zum soziologischen Problemfall wurde. Durchschnitten von zwei Hauptverkehrsachsen – der Bahnlinie nach München und der Einfallsstraße vom Westen her – wuchsen die Sorgen des Quartiers kontinuierlich weiter. Ein Hauptattraktor, das alte Fußballstadion, hat nun ausgedient und wird demnächst ersetzt. Und ein multifunktionaler Komplex der engagierten HALLE 1 versucht, die verkehrstechnische und städtebauliche Problemzone durch kreative Eingriffe zu verbessern. 


SNAPSHOT

XLGD: Tatort Paris | The scene of the crime, Paris

Photos: Christoph Kicherer; Text: Susanne Stacher
Tatort Paris 

XLGD & associes sind Xavier Lagurgue und Günther Domenig, Jahrgang 1962 und 1964, die sich vor fünf Jahren zu einem gemeinsamen Büro in Paris zusammengeschlossen haben. Ihr Büro liegt in einem alten Gewerbehaus in der Nähe der Bastille, einem Stadtviertel, in dem sich viele Jungarchitekten angesiedelt haben. Kennen gelernt haben sie sich bei Jean Nouvel, wo beide jahrelang als Projektleiter tätig waren. Der aus Kärnten stammende Günther Domenig (der jedoch nicht mit seinem berühmten Namensvetter verwandt ist) gehört zu den ausgewanderten österreichischen Architekten, die, sobald sie selbständig sind, wieder Kontakte zur Heimat knüpfen und dort zu bauen beginnen. (Auch Dietmar Feichtinger baut heute in Österreich bereits fast gleich viel wie in Frankreich).
Doch die Heimat exportiert ebenfalls: Für die französische Wienerberger Ziegelfabrik in Ollainville konnten XLGD ein Bürogebäude bauen. Der 52 Meter lange zweigeschoßige Baukörper besteht aus einem zurückhaltenden teilweise verglasten Erdgeschoß, über dem ein abstrakter Riegel in Schachbrettmuster aus gelben und roten Ziegeln thront. Die Verzahnung des Mauerwerks zieht sich auch über die Glasfelder hinweg. Wieder sind es die unkonventionellen Details, die aus einem erfinderischen Umgang mit der Materie entstehen, die diesen Ziegelbau zu einem besondern Objekt werden lassen.
XLGD haben ihr Schaffen international angelegt, nach dem Motto: “Architektur hat keine Grenzen”. So realisierten sie zum Beispiel für den Juwelier “dinh van” Boutiquen in Europa und Asien wie z.B. in Paris, London und Tokio. Über diesen Kontakt kam es zu einem neuen Kunden, für den sie das 2006 fertiggestellte Schmuckgeschäft “MeeVIDA” in Budapest bauen konnten. Edle Materialien wie Marmor, Corian und Leder, alle in gebrochenen Weißtönen, schaffen verschiedene Texturen und vermitteln ein ruhiges, luxuriöses Ambiente, um den Schmuck selbst in den Vordergrund treten zu lassen. 

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