architektur.aktuell 05/2005

architektur.aktuell 05/2005

effects of time

Francis Soler: Bürogebäude für das Kulturministerium in Paris, Frankreich | Office Building for the Ministry of Culture in Paris, France

Photos: Georges Fessy; Text: Dominique Boudet
Urbane Höflichkeit

Fast 50 Jahre nach der Gründung des Kulturministeriums der “Grande Nation” wurden nun dessen Büros in einem zentralen Bau zusammengefasst. Trotz komplizierter Bau- und Projektgeschichte demonstriert das Gebäude eine entschieden künstlerische Haltung, die der repräsentativen Bauaufgabe angemessen ist und sich im historischen Herz von Paris unübersehbar positioniert.


Feichtinger Architectes: Gebäude A1 des Port Autonome de Paris, Gennevilliers, Frankreich | A1 Building of the Port Autonome de Paris, Gennevilliers, France

Photos: David Bourreau; Text: Matthias Boeckl
Mehr als Containerästhetik

Anspruchsvolle Architektur für einen Speditionsterminal an einer Wasserstraße und ein österreichischer Architekt, der in Paris Karriere macht – das sind zwei gleichermaßen ungewöhnliche, aber sehr erfreuliche Phänomene. Das A1-Gebäude von Dietmar Feichtinger zeigt, dass auch die banale Aufgabe eines Bürobaus in einem Hafengelände geeignet ist, hohe ästhetische und technologische Standards umzusetzen.


De Vijf: Studentenwohnungen in Utrecht, Niederlande | Student Housing in Utrecht, Netherlands

Photos: Ralph Richter/architekturphoto; Text: Robert Uhde
Living in a box

Der nach einem Masterplan von Rem Koolhaas nachverdichtete Utrechter Universitätscampus “De Uithof” gehört zu den spannendsten Architektur-Laboratorien der Niederlande. Neuester Blickpunkt auf dem seit Mitte der 1990er Jahre mit Projekten von Neutelings Riedijk, Mecanoo, Wiel Arets oder Ben van Berkel bebauten Campus sind die bunt verspielten, jeweils in drei Ebenen übereinander gestapelten Studentenwohnungen von Mart de Jong vom Rotterdamer Architekturbüro De Vijf.


Essay

Johannesburg: Manhattan am | on the Gold-Reef

Photos & Text: Isabella Marboe
Topografie und Politik formten Johannesburg, rasantes Wachstum und permanenter Umbau prägen die Metropole. Seit Ende der Apartheid schlägt im einst weißen Zentrum ein schwarzes Herz. Afrikas freie Händler, Rhythmen, Gerüche und Menschen beherrschen Straßen, die nachts im Dunkel versinken. Die weiße Oberschicht zog sich an den Nordrand zurück, der neue Business-District kam nach. Doch Demokratie, massive Investitionen in Sicherheit und Architektur tragen schon Früchte. Der Umbau des alten Fort zum Constitutional Hill wurde zum Symbol, Newtown zum “cultural precinct”, Sowetos Stadtteil Orlando West zur Touristendestination. City und Town-Ship-Upgrading laufen auf Hochtouren. 

hohensinn architektur: Justizzentrum Leoben, Steiermark | Leoben Judicial Complex, Austria

Photos: Blair/Seidl, Paul Ott; Text: Nikolaus Hellmayr
Heterotopie und Humanität

Michel Foucault zählte das Gefängnis zu den Orten “außerhalb aller Orte”, den Heterotopien, wie den Orten der Macht, der Krankheit, der Imagination oder des Todes. Der Grazer Architekt Josef Hohensinn widersetzt sich dieser Interpretation und plante das neue Justizzentrum Leoben – mit einem hohen Maß an Transparenz, einer kalkulierten Materialauswahl und nicht zuletzt klug platzierten künstlerischen Beiträgen – als Dienstleistungseinrichtung mit offener, kommunikationsfördernder Atmosphäre. 

Forsthuber – Scheithauer/Wimmer Zaic: Gartenstadt Aigen IV in Salzburg | Austria

Photos: Paul Ott, Michael Zaic; Text: Isabella Marboe
In die Berglandschaft gewürfelt

Mit weißen, skulpturalen Bauten und dem Konzept der Architekten Forsthuber – Scheithauer setzt die Gartenstadt Aigen Süd neue Maßstäbe im Bergpanorama der Salzburger Peripherie. Hinter drei mächtigen, lärmschützenden Riegeln von Wimmer Zaic entfaltet sich zwischen terrassierten Haus-Gebirgen eine durchwegte Gartenstadtlandschaft von sinnlicher Dichte. 

Köberl & Giner + Wucherer_Pfeifer: Adambräu in Innsbruck, Tirol | Austria

Photos: Lukas Schaller, Günter Richard Wett; Text: Gabriele Kaiser
“Denkmalschutz war Ergebnis, nicht Absicht”

Dass das Sudhaus des Adambräu – 1926/27 nach Plänen von Lois Welzenbacher in der Nähe des Innsbrucker Hauptbahnhofs errichtet, 1994 stillgelegt und 1995 unter Denkmalschutz gestellt – heute in altem/neuem Glanz erstrahlt, ist vielen Glücksfällen, aber keineswegs dem “Prinzip Rückbau” zu verdanken. Für das Gelingen der Revitalisierung dieses Denkmals der Moderne sind eine Reihe von Faktoren zu nennen, die mehr mit einer Art redlichen Prinzipienlosigkeit zu tun haben als mit der reinen (und stets trügerischen) Wiederherstellung des Originals. Originaltreue und “Zweckentfremdung” gehen im neuen Adambräu ein belebendes Mischverhältnis ein, das dem Bauwerk Qualitäten hinzufügt, die in ihm schon angelegt, aber noch nicht freigelegt waren. 

AllesWirdGut: Kindergarten in St. Anton am Arlberg, Tirol | Austria

Photos: Hertha Hurnaus; Text: Maria Welzig
Urbanes im Hochgebirge

Seit dem Bau der Arlbergbahn und dem mittlerweile hundertjährigen Tourismusboom ist St. Anton am Arlberg weniger ein Bergdorf als eine global orientierte Gemeinde. Der neue Kindergarten setzt die avancierte Baukultur des Orts, die mit der Skiweltmeisterschaft 2001 ihre Höhepunkte feierte, nun konsequent fort.


Small&Smart

dekleva gregoric: XXS house in Ljubljana, Slowenien | Slovenia

Photos: Matevz Paternoster, Aljosa Dekleva; Text: Andrej Hrausky
Das Dorf in der Stadt

Mit räumlichen und finanziellen Beschränkungen konfrontiert, müssen Architekten all ihr Können aufbieten und jeden Quadratmeter voll ausnützen. Daher sind kleine Objekte schon per definitionem überlegter. Ein schönes Beispiel ist das Haus XXS in Ljubljana, das von Aljosa Dekleva und Tina Gregoric, zwei Architekten der jüngeren Generation, entworfen wurde, wobei die Abkürzung selbstverständlich Extra-Extra-Small bedeutet. (…)

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