architektur.aktuell 11/2007

architektur.aktuell 11/2007

Entertainment

Coop Himmelb(l)au – BMW Welt, München Munich

Text: Matthias Boeckl – Heart of the Brand
Entertainment durchdringt alle Lebensbereiche. Was früher auf den Kulturbetrieb beschränkt war, ist heute auch in der Industrie zum unverzichtbaren Instrument geworden. Produkte werden emotionalisiert und inszeniert – längst nicht mehr bloß, um sie zu verkaufen, sondern um ihren Besitzer in seiner Kaufentscheidung zu bestätigen. So wird auch die Übergabe eines neuen Autos vom Hersteller an den Käufer zu einem Ritual, das einer Dramaturgie bedarf. Und die bezieht sich nicht nur auf Innenausstattungen, sondern auch auf die Architektur, die am Transport von Images wesentlich beteiligt ist. Bei Coop’s neuer BMW Welt in München kann man den einschlägigen State of the Art kennen lernen.


EM2N – Umbau Theater 11, Zürich-Oerlikon, Schweiz Conversion of Theater 11, Zurich-Oerlikon, Switzerland

Text: Katharina Marchal – Das Theaterspiel Theatricals
Oerlikon, ein Stadtteil im Norden von Zürich, galt bis vor zehn Jahren als Industriequartier. Heute bietet es Platz für hoch¬qualifizierte Dienstleistungsunternehmen und eine Vielzahl an Freizeit- und Veranstaltungsorten. Mit dem Umbau des alten Stadttheaters durch die Zürcher Architekten EM2N entstand hier ein neuer kultureller Höhepunkt.


Wilk-Salinas Architekten & Thomas Freiwald – Winterbadeschiff in Berlin-Treptow Winter swimming ship in Berlin-Treptow

Text: Claus Käpplinger – Eine unerwartete Leichtigkeit des Seins An unexpected lightness of being
Klar und einfach ist das Berliner Winterbadeschiff von Gilbert Wilk und Thomas Freiwald, das den beiden jungen Architekten den Weg in die Selbstständigkeit ebnete. Neue Positionen und Wahrnehmungen auf die Stadt und ihren Fluss bietet es an, wo fast nackte Körper nur durch hauchdünne Membranen vom winterlichen Stadtgeschehen getrennt werden. Futuristisch gleicht seine Erscheinung einer Raumstation, die bereits jeden von weitem in ihren Bann zieht und des Abends illuminiert nicht mit Einblicken und bewegten Körpersilhouetten geizt: Entertainment auch für Stadtflaneure.


Behnisch Architekten – Therme Bad Aibling, Deutschland Bad Aibling Spa, Germany

Text: Leonie Manhardt-Zech – Genuss unter acht Kuppeln Enjoyment benath eight domes
Bad Aibling, 50 km südöstlich der Landeshauptstadt München gelegen, erhielt seine offizielle Anerkennung als Heilbad bereits 1895 und blickt demnach auf eine alte Tradition als Solen- und Moorschlammbad zurück. Ende 2001 wurde nun in 2.300 m erfolgreich Thermalwasser gebohrt. Angegliedert an eine bereits bestehende Eishalle aus den 1970er Jahren und durch Integration und Erweiterung der bestehenden Saunaeinrich¬tungen entstand jetzt eine außergewöhnliche Wellness-Oase, die nicht nur zeitgemäße Lebensqualität für Bürger und Touristen bringen soll; die Stadt erhofft sich durch das beson¬ders attraktive Konzept vor allem wirtschaftlichen Aufschwung als führendes Heilbad: Durch Inszenierung wird die Kur zum Entertainment.


spittelwiese architekten Hummelhofbad in Linz, Oberösterreich Hummelhof Baths in Linz, Upper Austria

Text: Romana Ring – In Kultur baden Bathing in culture
Die Linz AG hält von der Abfallbeseitigung bis zum öffentlichen Verkehr so ziemlich alles vor, was eine Stadt braucht, darunter auch einige Frei- und Hallenbäder. Die zur Zeit laufende, mit einer inhaltlichen Diffe¬renzierung der einzelnen Stand¬orte einhergehende Sanierung dieser Anlagen ist im Fall des Hummelhofbades abgeschlossen und hat eine “Wellnessoase” hervorgebracht, die dem schummrigen Begriff zum Trotz Erholung und Unterhaltung in einem glasklar-kultivierten Umfeld bietet: Die aus dem vorgeschalteten Wettbewerb siegreich hervorgegangenen spittelwiese architekten haben bei dem weitgehend auf eine äußerst heterogene Substanz gesetzten Erweiterungsbau ganze Arbeit geleistet.


Mathis Barz, 3deluxe/system modern – Erlebnisbergwerk Berchtesgaden Theme world Berchtesgaden

Text: Norbert Mayr – Der Salzberg ruft The salt mountain calls
Die SalzZeitReise durch das “Erlebniszentrum des Salzabbaues” ist eine gestalterisch ambitionierte Tour durch die Geschichte des Salzes, dessen Abbau, Transport und Bedeutung. Das neue Besucherzentrum mit attraktiver Dachlandschaft wie auch die mittels Projektions-, Ton- und Lichttechnik multimedial in Szene gesetzten Schaustellen im Bergwerk zeigen die Möglichkeit, Synergien aus der Kraft des Authentischen und aus aktuellen Edutainment-Strategien zu erzielen. Dies ist trotz mancher diskussionswürdiger Detailaspekte bemerkenswert – auch angesichts des üblichen Niveaus solcher oft sehr plakativen Darbietungen.


Metro Arquitetura & Juliano Dubeux – Club Nox in Recife, Brasilien Brazil

Text: Till Wöhler – Brasilianische Lichtspiele Brazilian play with light
Die brasilianische Küstenstadt Recife ist um eine architektonische Attraktion reicher, seit 2006 an der Avenida Domingos Ferreira im Stadtteil Boa Viagem der Club Nox seine Pforten geöffnet hat.


Snapshot – ROBERTNEUNTM – Unbekannte Spezies Unknown species

Text: Claus Käpplinger – Kontraste und Konflikte nutzbar machen Making use of contrasts and conflicts
Sie gelten als die Shooting-Stars der Berliner Architekturszene, die drei Mitdreißiger Thomas Baecker, Nils Buschmann und Tom Friedrich, die mit ihrem Bürolabel ROBERTNEUNTM einen deutschen Architekturpreis nach dem anderen gewinnen. Als unkonventionell und pragmatisch wird ihre Architektur bezeichnet, die sehr direkt das Lebensgefühl ihrer Generation zum Ausdruck bringt und zugleich dem Image Berlins als Schauplatz aufregender Im¬provisationen und Experimente schmeichelt. 

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