Web-Media-Review

Architekturreisen: zu Hause und im Kopf

Architekturführer Wien und New York

Wem das Reisen in Zeiten des Lockdowns fehlt, kann sich mit diesen Architekturführern auf ein Abenteuer in der eigenen Stadt und im eigenen Kopf einlassen. Die zwei neuen Publikationen aus dem Hause DOM Publishers über Wien und New York befriedigen auf der einen Seite den Drang nach Erkundungen neuer Bauten, auf der anderen Seite (Achtung!) könnte es aber genauso erhöhtes Fernweh auslösen!


Wien

Für BewohnerInnen der österreichischen Hauptstadt, bietet die 2. Auflage des Architekturführer Wiens eine optimale Grundlage für eine Erkundung der eigenen Stadt. Herausgegeben von Stefanie Villgratter und überarbeitet von Anke Tiggemann, bietet der knapp 600-seitige (!) Band einen Querschnitt durch die historische und gegenwärtige Baugeschichte der mittlerweile zweitgrößten Stadt im deutschsprachigen Raum. Der einleitende Text von Stefanie Villgratter mit dem Titel „Die Transformation einer Kaiserstadt“ erzählt von den vielseitigen Veränderungen welche diese Stadt bereits erlebt hat. Sogar die Aufteilung des Architekturführers ist in teils unkonventionelle Kapitel gegliedert und sticht mit interessanten Schwerpunkten heraus. So beginnt der Band zunächst mit einem kurzweiligen Überblick von Catherine Sark zu etlichen „Wiener Kontroversen“ – Stichwort Bürzelfelder, Krauthappeln und Häuser ohne Augenbrauen. Weiter geht die Reise durch das mittelalterliche Wien mit Roland Kanfer und einem genauen Blick auf den ersten Bezirk. Jörg A. Eggers gibt den LeserInnen daraufhin einen Einblick in die Hauptstadt zur Zeit des Barocks und nennt die Stadt in diesem Abschnitt sogar „Eine Visitenkarte europäischer Kultur“.

 

Architekturführer Wien Nordbahnhof

Der Band richtet sich jedoch nicht nur nach zeitlichen Gliederungen sondern widmet ganze Kapitel auch auf bestimmte Bauten, ArchitektInnen und Bautypen. So wirft Natascha Meuser im Kapitel zum Tiergarten Schönbrunn den Blick auf viele einzelne Tiergehege und Pavillons. Wien hat nicht nur besondere Architektur für ihre menschlichen BewohnerInnen zu bieten, sondern auch für Affen, Pinguine und Löwen. Das weitaus größte Kapitel in diesem Band (mit über 100 Seiten) widmet sich – wer, wenn nicht er? – dem Schaffen Otto Wagners in Wien. Jörg A. Eggers beleuchtet hierbei bekannte Projekte (Postsparkasse) und weniger bekannte Bauten (Museum auf der Schmelz) des einflussreichen Architektens auf dem Weg in die Moderne. Als Intermezzo im Architekturführer Wien, nimmt uns Daniela Pogade auf eine kleine Exkursion zu den Filmkuluissen- und schauplätzen verschiedener Filme, welche in Wien gedreht wurden, mit – inklusive Filmreviews! Eine Wiener Architekturreise ohne Abstecher zum Wiener Wohnbau wäre fatal! Gut dass wir hier gleich die Wohnbauentwicklung in drei Abschnitten von Stefanie Villgratter gegliedert bekommen: 1918-1934 (Im Volkswohnungspalast – Die Superblocks des Roten Wien), 1932 (Modern und typisiert – Die Wiener Werkbundsiedlung) und 1985-2020 (Mit Vogelperspektive – Die Wiener Wohntürme)

Thomas Madreiter und Roland Kanfer stellen als Abschluss Projekte vor, die einen Einblick in das Wien von 2030 geben. Viele Stadtentwicklungsgebiete sind dieser Tage mitten im Entstehen, deren Erfolg sich in den nächsten Jahrzehnten zeigen wird. Der Architekturführer Wien ist der ideale Reisebegleiter – egal ob auf dem Fahrrad oder auf der Couch, gleich ob für den Laien oder dem Otto-Wagner-Nerd.

Wien (2. Auflage)
€ 48.00  inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Architekturführer
Stefanie Villgratter (Hg.) Überarbeitung von Anke Tiggemann

135 x 245 mm
592 Seiten
1150 Abbildungen
Softcover
ISBN 978-3-86922-076-5
(2., aktualisierte und ergänzte Auflage)

Architekturführer New York

New York, New York!

Der englischsprachige Architekturführer New York lädt ebenso auf eine ungewöhnliche Reise in einer der bekanntesten Metropolen dieser Welt ein. Aus den Augen des Architekturkritikers Vladimir Belogolovsky werden exakt 100 Bauwerke aus der jüngsten Vergangenheit – zwischen 1999 und 2020 – genauestens beschrieben und bebildert. Die Auswahl richtet sich teilweise auf Bauten von weltberühmten ArchitektInnen – zu einer Zeit in der ihre Architektur als höchste Kunst gefeiert wurde. Die Erwartungen einer „eigenen Handschrift“ und eines erkennbaren Stils der ArchitektInnen wurde in New York durch die Medien und BauherrInnen sogar teils befeuert und erwartet. Die Diversität der Stadt ist stark geprägt von internationalen ArchitektInnen, die das Stadtbild der Metropole mitgezeichnet haben: von Raimund Abrahams „Austrian Cultural Forum“ aus 2002 (und vom Author des Architekturführers „Guillotine“ genannt) bis zu Thomas Heatherwicks umstrittenen Vessel („Pine Cone“) welches 2019 fertig gestellt wurde (und nun auf Grund des dritten Selbstmord-Vorfalls in 2 Jahren wieder für die Öffentlichkeit gesperrt ist). Auch, wenn das Reisen nach New York momentan schwer möglich ist ... bis sich die gesundheitliche (und politische) Lage im Land der begrenzten Unmöglichkeiten verbessert hat, ist dieser Architekturführer die ideale Vorbereitung für einen baldigen Besuch im Big Apple.

New York
€ 38.00  inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Architectural Guide
A Critic’s Guide to 100 Iconic Buildings in New York from 1999 to 2020
Vladimir Belogolovsky

135 x 245 mm
256 pages
270 pictures
Softcover
ISBN 978-3-86922-431-2

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