Das beste Haus 2018 | Die Sieger des Onlinevotings

Die Onlinevoting-Sieger zu "Das beste Haus 2018"stehen fest, hier die ersten drei Projekte:

1. Wohnhaus Dr. Resch (10.732 Stimmen insg.)

Ein denkmalgeschützter Gutshof aus dem 13. Jahrhundert wurde stufenweise revitalisiert und mit viel Geschick und Sensibilität auf zeitgemäßen Wohnstandard gebracht. Konsequente Trennung zwischen Alt und Neu macht die Historie des Bauwerks in allen Phasen erkennbar, Materialwahl und Formensprache zeigen, dass Anbiederung an alte Bausubstanzen nicht notwendig ist. Im Gelenk des L-förmigen Grundrisses befinden sich die bequeme Treppe und ein Lift, Elemente wie Fenster und Türen wurden erhalten und von innen thermisch aufgewertet. Die hermetische Fassade blieb unverändert, vorhandene Öffnungen sind durch gekonnte Neuinterpretation wirkungsvoll inszeniert. Strategisch eingesetzte Lichtgaupen im Dach, gezielte Lichtführung, Glasböden und Galerien sorgen für helles, wohnliches Ambiente. Der dreistöckige Gutshof beherbergt nach Abschluss der 3. Bauphase drei Generationen einer Familie in insgesamt vier Wohneinheiten. So kann die Integration zeitgemäßer Nutzungsszenarien in historisch gewachsenen Besiedlungsstrukturen funktionieren!

Architekt: Franz Sam (www.sam-architects.at)

Objekt: Umbau eines mittelalterlichen Hauses aus 1250

Besonderheiten: Zeitgemäßer Wohnkomfort bei größtmöglichem Respekt vor historischem Bestand

Bebaute Grundfläche: 430 m2

Wohnfläche: 500 m²

Bundesland: Niederösterreich

Kommentar: „Mut und jahrelange Hingabe der Bauherrschaft sowie die Weitsichtigkeit und Sorgfalt des Architekten haben ein wertvolles Objekt vor dem Verfall bewahrt und ein herausragendes und sehr persönliches Wohnwerk geschaffen. Mitten Im Ort. Mitten im Leben von Rehberg.“, so Jurorin Martina Barth Sedelmayer, ORTE – Architekturnetzwerk, NÖ.

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2. Häuser am Wasser (8.902 Stimmen insg.)

Bei einer Architekturreise nach Finnland fanden Architekt Jürgen Radatz und seine späteren Auftraggeber heraus, dass sie ähnliche Ansprüche an ein gelungenes Bauvorhaben stellen. Ziel des gemeinsamen Projekts: Ein komfortables Haus, das für unterschiedliche Lebensphasen verschiedene Nutzungsoptionen ermöglicht. Entstanden ist ein kompaktes Zweifamilienhaus an der Alten Donau, generationenübergreifend geplant für die Eltern und ihre zwei erwachsenen Kinder. Die gekuppelte Bauweise mit jeweils zugeordneten Freibereichen ist bodenschonend - pro Haus genügt eine Bauparzelle mit rund 200 m² - und bietet Privatsphäre für beide Wohneinheiten. Intelligente Raumstruktur ermöglicht die Kombination mit Büronutzungen. Eine Stiege als „Herz“, um das sich versetzte Stockwerke mit unterschiedlichen Raumhöhen gruppieren, schafft großzügiges Wohngefühl. Spürbar etwa im dreieinhalb Meter hohen Wohnbereich und im halb eingegrabenen Schlafzimmer, das im Sommer kühl bleibt. So wie die Halle darunter, die leicht zu einem Schwimmbad adaptierbar wäre – eine weitere mögliche Nutzungsoption.

Architekt: Jürgen Radatz (www.architekt-radatz.at)

Objekt: Zweifamilienhaus

Besonderheiten: Trotz baurechtlicher Beschränkungen großzügiges Wohnhaus auf wenig Grund

Bebaute Grundfläche: 204 und 207 m2

Wohnfläche: Haus Süd: 132 m², Haus Nord: 128 m²

Bundesland: Wien

Kommentar: „Die konsequente Verwendung ökologischer Baustoffe wie Holz, Lehmputz, Zellulosedämmung ist nachhaltig und fügt das Doppelhaus optimal in die Umgebung ein.“, so Jurorin Angelika Fitz, Architekturzentrum Wien.

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3. Haus SPQ (5.455 Stimmen insg.)

In Bleiburgs historischem Stadtkern wird mit Haus SPQ Baugeschichte sinnvoll weitergeschrieben. Das bestehende Wohnhaus wurde bis auf die erhaltenswerte historische Bausubstanz – Erdgeschoßzone mit Gewölberäumen – rückgebaut. Durch Aufstockung entstand im Obergeschoß eine eigenständige Wohneinheit, konzentriert auf Orientierung und Blickbeziehungen wurde sie als offene Struktur entwickelt. Die Südfassade ist, inklusive Eckfenster im Westen, vollkommen verglast, die Ostfassade blieb geschlossen. Die Werkstatt im Erdgeschoß kann in Wohnraum umgestaltet bzw. in eine gemeinsame Wohneinheit mit dem ersten Stock integriert werden. Eine filigrane Stahl-Holz-Konstruktion orientiert sich an regionalen Vorbildern der Erschließungstypologie und erfüllt eine Filterfunktion zwischen Bauwerk und bekiestem Innenhof. Der Kubus verbindet Alt und Neu, mit gebotener Grobheit horizontal besengestrichener Dickputz entspricht dem Kontext des Orts. Auch präzise Detailausbildungen etwa bei Fensterlaibungen, Schiebeläden sowie Brüstungen zeigen, wie man modernen Wohnraum schaffen und gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Stadtentwicklung leisten kann.

Architekt: Reinhold Wetschko (www.arch-wetschko.at)

Objekt: Sanierung und Aufstockung im historischen Stadtkern

Besonderheiten: Bemerkenswert unaufgeregter Beitrag zur Belebung vorhandenen

Bebaute Grundfläche: 91,89 m²

Wohnfläche: 60 m², Werkstätte: 40 m²

Bundesland: Kärnten

Kommentar: „Ein beispielhafter Umgang beim zeitgemäßen Bauen im historisch gewachsenen Umfeld, eine baukulturelle Gabe an die Kulturstadt Bleiburg.“, so Juror Markus Klaura, Architektur Haus Kärnten.

 

(Quelle: www.dasbestehaus.at)