Das Deutsche Technikmuseum in Berlin

Im Herzen von Berlin, eingebettet in den Gleisdreieckpark, liegt das Deutsche Technikmuseum Berlin. Seit 1983 werden hier auf 28.500 Quadratmetern wissenschaftliche und technische Exponate ausgestellt. Dieser Ort ist geprägt durch die Überschneidung verschiedener historischer Epochen. So befindet sich das Museum auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs und Bahnbetriebswerk des Anhalter Bahnhofs und nutzt die teilweise noch erhaltenen historischen Bestandsgebäude aus dem 19. und 20. Jahrhundert als Ausstellungsflächen. Um mehr Räume zu schaffen, wurde 2001 das Museum um einen postmodernen Neubau der Berliner Architekten Ulrich Wolff und Helge Pitz ergänzt. Dieser ist jedoch von dem Bestandsgebäude durch eine kleine Straße, einen Geländehöhenunterschied und die alten Gleise der ehemaligen Hochbahntrasse, die mitten durch das Areal verlaufen, räumlich deutlich getrennt. Erschwert wird die Wahrnehmung eines einheitlichen Ensembles zudem durch die unterschiedlichen architektonischen Stile der Gebäude und das Fehlen eines zentralen Eingangsbereichs. . .
1. Durch eine klare Formensprache wird Identität geschaffen
Innauer Matt Architekten ZT GmbH, Bezau
Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich
Tragwerksplanung: merz kley partner GmbH, Dornbirn
Technische Ausrüstung: Planungsteam E-Plus GmbH, Egg
Der Entwurf besticht durch seine gestalterische Klarheit und damit einhergehende architektonische Prägnanz. Ein langgezogener Baukörper, der wie ein spitzer Hut auf dem ehemaligen Areal des Güterbahnhofs sitzt, bildet eine vertikale Achse zwischen den beiden Bestandsgebäuden des Technikmuseums. Die Verglasung der Giebelseiten sowie das Erdgeschoss vermitteln Offenheit und formen eine großzügige Eingangsgeste. Eine im Obergeschoss angelegte Querverbindung in Form eines schmalen Glaskörpers, der sich durch den hutförmigen Baukörper schiebt, bindet den Neubau subtil an die bestehenden Museumsteile. Durch die Transparenz der Fassade entstehen Sichtbezüge zwischen den Gebäuden und dem angrenzenden Park. . .

Rendering: Innauer Matt/Anna Gassner
2. Eine verbindende Dachlandschaft
querkraft architekten zt gmbh, Wien
Landschaftsarchitektur: Green4Cities GmbH, Wien
Tragwerksplanung: Werner Sobek AG, Stuttgart
Technische Ausrüstung: Gebäudetechnik Kainer gmbh, Rattersdorf
Die Wiener Architekt:innen haben ein Eingangsgebäude entworfen, dass sich T-förmig zwischen die Bestandsgebäude legt. Die verglaste Frontfassade öffnet sich zum Vorplatz hin, wodurch eine großzügige Eingangsgeste formuliert wird. Prägend für das offene Forum sind die asymmetrischen Erschließungs- und Verweiltreppen. Diese führen fließend in die beiden langgestreckten Arme, die eine Verbindung zwischen den Bestandsgebäuden schaffen. Eine Besonderheit dieses Entwurfes ist neben der fließenden, sich zum Vorplatz öffnenden Gebäudekubatur die Bepflanzung der begehbaren Dachfläche. . .

Rendering: querkraft/expressiv
3. Eine Fortschreibung des historischen Bestands
:mlzd, Berlin
Uniola AG Landschaftsarchitektur Stadtplanung, Berlin
Tragwerksplanung: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich
Technische Ausrüstung: Gruner AG, Basel
Besonderheit dieses Entwurfs ist der zentral gesetzte, kompakte Baukörper, der das Volumen des zerstörten Verwaltungsgebäudes wiederherstellt, das in seiner Kubatur dem erhaltenen historischen Bestandsbau glich. So entsteht ein monolithischer Zwillingsbau, der den kaiserzeitlichen Bestand modern interpretiert. Die Ruine des ehemaligen Verladegebäudes wird in einen langgezogenen Gebäudeteil übersetzt, in dem gastronomische Angebote verortet sind. Spannend sind die Verzahnung der Geschossversprünge und die großen Öffnungen, die das sonst fensterlose Gebäude gezielt durchlässig machen. . .

Rendering :mlzd
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