Ein Vortrag über Farbe von Rainer Becker

Bildquelle: rb-maler.de

Zunächst könnte man meinen, dass Wandfarben gleich Wandfarben sind. Dem ist allerdings nicht so. Jene Farben haben verschiedene Eigenschaften, wie zum Beispiel besonders robust, glänzend oder matt. In erster Linie geht es aber um die Stimmung, die man mit Farben im Raum schaffen kann. Außerdem spielt die Technik, wie man Wandfarben aufträgt, eine entscheidende Rolle.

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Die Firma Rainer Becker Malerwerkstätte GmbH besteht seit 1854.

Das sind 5 Generationen geballtes Maler Know-How. Rainer Beckers Großvater Jean Becker kam nach dem 2. Weltkrieg nach Düsseldorf und eröffnete einen Maler- und Glaserbetrieb.

Seinerzeit war es üblich, dass Maler auch Verglasungsarbeiten ausführten. Auch Becker habe diese Arbeiten noch in seiner Lehre gelernt.

Als der Großvater in den Ruhestand ging, übernahm Vater Franz-Josef Becker den Malerbetrieb. Zusammen führten sie in den 60er und 70er Jahren alle Malerarbeiten im Innen- und Außenbereich durch. Der Betrieb hatte damals eine Betriebsgröße von 20 Mitarbeitern. Bereits als kleiner Junge fuhr Rainer Becker mit seinem Vater in den Ferien über die Baustellen und lernte schon damals spätere Kunden kennen. Zu der Zeit war für es für ihn noch nicht klar, ob er später den Betrieb als fünfter in der Reihe übernehmen wird. Nach dem Fachabitur für Gestaltung und 6 Semestern Innenarchitektur war es dann soweit. Becker begann die Lehre im elterlichen Betrieb, bekam schnell Verantwortung und schloss mit der Meisterprüfung im Jahre 1987 ab.

Für mich war klar, den Betrieb völlig anders aufzustellen. Meine Leidenschaft galt den wunderschönen Oberflächen aus Italien: Marmorino, Stucco-Lustro, Sgraffitto, Enkaustik. Das war es, was ich lernen und an meine Kunden weitergeben wollte. So verbrachte ich immer wieder mal mehrere Monate in Italien und arbeitete mit italienischen Firmen in Florenz und Venedig. Damals wurde der Pallazzo Grassi in ein modernes Museum umgebaut. Alle Decken- und Wandflächen wurden in italienischen, historischen Oberflächen hergestellt. Ich arbeitete dort intensiv mit. Mit meinen Musteroberflächen aus Italien aquirierte ich dann Mitte der 90er Jahre Architekten und Designer und schnell kamen die ersten Aufträge. Dazu muss man wissen, dass es damals ausser uns nur noch eine handvoll anderer Maler in Deutschland gab, die sich auf die Verarbeitung dieser Materialien verstand. Wir trafen einen Zeitgeist. Gerade in den großen Städten Düsseldorf und Köln. Die Nachfrage war groß und schnell waren wir die Spezialisten für alle historischen Putze, die es aus Italien gibt. Wir arbeiteten zu 99% nur noch im privaten hochwertigen Innenbereich oder aber für repräsentative Kunden im öffentlichen Bereich. Meine Mitarbeiter waren Italiener, Franzosen, Kroaten und auch damals schon einige weibliche Mitarbeiter. 1998 kam es auch zu unseren bisher größten Projekten, dem Festspielhaus Baden Baden (4.000 qm Marmorino), oder der Industrie- und Kreditbank in Luxemburg. Natürlich stoppte unsere Entwicklung im Bereich der Oberflächenspezialisten nicht. Hinzu kamen die für uns faszinierenden wasserfesten Putze, Tadelakt aus Marokko und die hochpigmentierten, mit einer besonderen Tiefe vesehenen, Farben der englischen Traditionsfirma Farrow & Ball. Der Zeitgeist wechselt. Heute verarbeiten wir mehr tuchmatte, feine, pudrige Marmorputze, die 100 % wasserfesten marokkanischen Putze Tadelakt und dem heutigen Geschmack entsprechend homogene, mehrschichtige, hochintensive Farben. Unsere Kunden sind heute Privatleute, die sich ein schönes Bad oder ein Gäste-WC bauen, sowie Privatleute, die handwerklich einwandfreie Malerarbeiten mit der Sicherheit eines Traditionsunternehmens in der 5. Generation durchführen lassen möchten.“ 

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Am 01.06.2017, von 17:39 bis 19:00 Uhr, ladet das Farrow & Ball & room service zum Farbvortrag des deutschen Malermeisters ein.

Um Anmeldung wird gebeten unter: +43 5572 949990 oder info@roomservice.at