Große Lehre an kleiner Fakultät

An der Kunstuniversität Linz wird Architektur als gesell- schaftliche Praxis, als kulturelle Arbeit und als kontinuierliche Auseinandersetzung mit Raum, Verantwortung und Realität verstanden. Die Studienrichtung „die architektur“ ist klein, präzise positioniert und bemerkenswert wirksam.
Eine kleine Fakultät mit klarem Profil
„die Architektur“ an der Kunstuniversität Linz ist die kleinste Architekturfakultät Österreichs, und genau daraus zieht sie ihre Stärke. In überschaubaren Gruppen, mit intensiver Betreuung und enger Verzahnung von Lehre, Forschung und Praxis entsteht eine Ausbildung, die auf Relevanz setzt. Geleitet wird das Institut von Sigi Atteneder, der den architektonischen Entwurf als Denkform versteht, als Analyseinstrument und als Mittel gesellschaftlicher Positionierung. Im Zentrum stehen sozial verantwortungsvolle Architektur und lebenswerte Städte. Das Bachelorstudium vermittelt Grundlagen zu Raum, Konstruktion, Material und Atmosphäre. Im Master werden diese Themen an komplexeren Aufgaben weitergeführt und auf größere Maßstäbe ausgeweitet. Architektur wird dabei nie isoliert betrachtet, sondern stets im Spannungsfeld von Kultur, Technik, Ökologie und sozialer Realität.

Entwurf von Studentin Kathi Eidhuber-Huemer für einen überdachten Öffentlichen Versammlungsort am ehemaligen Südbahnhof in Linz.
Vier Studios als offenes System
Mit den Studios BASEhabitat, Urbanistik, RAUMkultur und typologie hat sich „die architektur“ in Linz ein klares Studio-System erarbeitet. Jedes Studio verfolgt eine eigene inhaltliche Ausrichtung, gemeinsam bilden sie jedoch ein kohärentes Ganzes. Das studio BASEhabitat arbeitet an sozial gerechter und ökologisch verantwortlicher Architektur mit realen Umsetzungen und direkter Kooperation mit lokalen Gemeinschaften. Das studio städtebau begreift Urbanistik als Dialog und als Prozess des Zuhörens, mit starkem Fokus auf Gemeingüter und kollektive Räume. Von studio RAUMkultur wird Umbauen, Weiterbauen und das Arbeiten mit dem Unvollkommenen ins Zentrum gestellt, hier versteht man Architektur als Kunst der Umsorge. Das studio typologie schärft das räumliche Denken über Maßstab, Konstruktion und Materialität und entwickelt Entwürfe aus präziser Analyse und persönlicher Raumerfahrung. Überall gilt: Die Studierenden sind aktiv in Organisation, Symposien und Exkursionen eingebunden. Diese Mitverantwortung ist Teil der Ausbildung. . .
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Der ganzen Beitrag gibt es in unserer neuen Ausgabe von architektur.aktuell 1-2/2026 zu lesen.
