Kein Spaziergang durch ein Rendering

Die Pariser Journalistin Cyrille Véran hat sich intensiv mit der Village Olympique beschäftigt und durfte die Baustelle besuchen. Ein Gespräch über Hoffnung, Verantwortung und die Kunst der Kommunikation.
Paris hat sich zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige Olympiade auszutragen. Ist das gelungen?
[Véran]: Erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele hat man sehr viel Wert auf Reuse gelegt. Bei 85 bis 90 Prozent der olympischen Infrastruktur handelt es sich um Bestandsnutzung, die restlichen 15 Prozent sind Neubauten – die man aber nicht nur für die Olympischen Spiele errichtet hat, sondern mit einem nachhaltigen Blick auf die nächsten Jahrzehnte. Es sind Bauwerke und Strukturen, von denen die Pariser Bevölkerung unmittelbar profitieren soll.
Wie empfinden Sie die Qualität und Stimmung, wenn Sie heute durch das Olympische Dorf spazieren?
[Véran]: Bei so einem komplexen Projekt ist die Realisierung zwangsläufig mit Kompromissen verbunden. Einige Teile des Masterplans konnten aufgrund der Zinsentwicklung nicht realisiert werden. Von den Renderings aus dem Jahr 2016 sind wir stellenweise weit entfernt.
Bis 2025 soll das Olympische Dorf zu einem ganz normalen Stadtviertel umgebaut werden. Was wünschen Sie sich für die Integration und Inklusion dieser neuen Stadt?
[Véran]: Die Politik hat mit großem Elan die Olympischen Spiele auf die Beine gestellt. Ich wünsche mir, dass sie mit dem gleichen Elan ihrer Verantwortung nachkommt, eine nachhaltige Stadtplanung zu betreiben – mit Rücksichtnahme auf die Bevölkerung vor Ort...
Sie möchten weiterlesen? Dieser Beitrag ist Teil unserer Ausgabe 6/2024. Der Volltext ist ab Seite 66 zu finden.

Cyrille Véran ist Architektin, Stadtplanerin und Fachjournalistin und lebt in Grand Paris.
© Cyrille Véran