ARCHITEKTURBIENNALE 2027

Konzession als Modellfall

Ein Jahr vor der Eröffnung der Architekturbiennale Venedig 2027 treffen wir uns mit dem Kurator:innenteam für den österreichischen Beitrag. Unter dem Titel Koncesija / Konzession / Concession(e) schlagen sie vor, den österreichischen Pavillon für ein Jahr in partnerschaftlicher Konzession an Bosnien und Herzegowina zu vergeben. Allein dieser Schritt verschiebt den Blick. Plötzlich steht weniger die Frage im Raum, wie sich ein Land präsentiert, als vielmehr, was zwischen Ländern entstehen kann.

Der Ausgangspunkt dafür liegt in einer Leerstelle der Biennale selbst. Bosnien und Herzegowina verfügt bis heute über keinen eigenen Repräsentationsort in den Giardini der Architekturbiennale, obwohl es seit Jahren Bemühungen gibt, diesen Zustand zu ändern. Gerade vor diesem Hintergrund gewinnt der Begriff der Konzession an Schärfe. Gemeint ist damit keine rein symbolische Geste und auch keine gönnerhafte Überlassung von Raum. Im Zentrum steht ein politisch lesbares Verhältnis auf Zeit, das von Regeln, Gegenseitigkeit und Nutzen für beide Seiten ausgeht. Österreich gibt dabei Platz, Sichtbarkeit und Infrastruktur. Bosnien und Herzegowina bringt eine Perspektive ein, die im europäischen Architekturdiskurs bislang zu selten als Ausgangspunkt gedacht wird.

Der österreichische Pavillon wird in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Bosnien und Herzegowina bespielt und als Raum für Austausch geöffnet. © Georg Petermichl, edited Kurator:innenteam

Lernen von Bosnien und Herzegowina

Interessant wird das Konzept, da es die migrantische Realität Europas genauer abbildet als viele bisherige Ausstellungen der Länderpavillons. Zwischen Österreich und Bosnien und Herzegowina bestehen seit Jahrzehnten enge Verflechtungen durch Arbeitsmigration, Wirtschaft, Ausbildung und Diaspora. Viele Menschen mit bosnisch-herzegowinischem Hintergrund studieren und arbeiten in Österreich, viele architektonische und urbane Fragen zirkulieren längst zwischen beiden Kontexten. Der Pavillon nimmt diese Lage ernst. Er versteht Zugehörigkeit nicht als starre Kategorie, sondern als zwischen Orten, Sprachen und Erfahrungen aufgespannt. . .

 

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Der ganzen Beitrag gibt es in unserer neuen Ausgabe von architektur.aktuell 4-5/2026 zu lesen.

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