Architektur­fotografie

Langsame Bilder in einer schnellen Welt

Die Architekturfotografie steht zwischen Dokumentation und Interpretation. Sie prägt die Art und Weise, wie wir Gebäude und die dahinterstehenden Ideen kommunizieren. Ana Sampaio Barros nähert sich diesem Bereich mit dem Blick einer ausgebildeten Architektin und der Erfahrung einer Kreativdirektorin. Im Interview gibt sie Einblicke in die zeitgenössische Architekturfotografie und feministische Netzwerke, die diesen Beruf neu gestalten.

Arian Lehner: Worauf achtest du bei Gebäuden, wenn du Fotos machst?

Ana Sampaio Barros: Das Licht ist immer meine erste Partnerin. Darüber hinaus achte ich sehr auf die Landschaft, das Wetter und wiederkehrende Muster. Momente, die zeigen, wie Architektur lebt, nicht nur, wie sie aussieht. Ich suche nach Beziehungen zwischen Materialien, Reflexionen und gerahmten Ausblicken durch Fenster sowie nach Momenten, in denen das Gebäude mit seiner Umgebung interagiert, manchmal in Harmonie, manchmal im Kontrast. Ich interessiere mich weniger für Perfektion als für Beziehungen.

AL: Mit welchen Werkzeugen arbeitest du während des Entstehungsprozesses eines Bildes?

AB: Lustigerweise ist die Frage nach der Ausrüstung für mich immer eine Frage, die zum Nachdenken anregt. In den sozialen Medien werde ich oft gefragt, welche Kamera ich benutze. Ich freue mich dann üblicherweise darauf, zu antworten, wenn das Bild mit meinem Handy aufgenommen wurde. Bei komplexeren Aufnahmen arbeite ich eng mit meiner Lichtassistentin Eva Lang zusammen, die sich intensiv mit den technischen Aspekten von Beleuchtung und Aufbau beschäftigt. Gemeinsam schaffen wir eine Umgebung, die konzentriert, ruhig und bewusst wirkt. Zu Beginn meiner Karriere bin ich manchmal mit enorm viel Ausrüstung zu Shootings gekommen. Teils um Kund:innen zu beruhigen, teils um eine eher traditionelle, patriarchale Darstellung technischer Autorität nachzuahmen. Mit der Zeit habe ich das aufgegeben. Jetzt arbeite ich nur mit dem Nötigsten und vertraue eher auf Erfahrung als auf technische Leistungsfähigkeit. Die Nachbearbeitung ist der einzige technische Schritt, den ich niemals delegiere. Das ist ein Prozess, den ich wirklich liebe.

AL: Inwiefern haben soziale Medien die Architekturfotografie verändert?

AB: Sie haben alles beschleunigt, manchmal auf Kosten der Tiefe. Als Architekturfotografin bin ich mir sehr bewusst, was wirklich eine Geschichte erzählt und was lediglich visuelles Rauschen ist. Da KI mittlerweile technisch makellose Bilder generieren kann, ist die Rolle der ehrlichen Dokumentation noch wichtiger geworden. Mein Fokus liegt darauf, Fotos zu schaffen, die der Arbeit der Architekturschaffenden gerecht werden. Ich lege auch weiterhin Wert auf Langsamkeit in meiner Arbeitsweise: Beobachten, auf das richtige Licht warten und Atmosphäre, Übergänge und Präsenz jedes Foto prägen lassen. . .
 

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Der ganzen Beitrag gibt es in unserer neuen Ausgabe von architektur.aktuell 3/2026 zu lesen.

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