Nachgefragt

Was bewegt Architekturhäuser heute? In unserer ARCHITECTSCommunity haben wir nachgefragt, welche Haltung sie zu aktuellen Themen einnehmen. Hier eine Auswahl prägnanter Wortmeldungen.
Angelika Fitz
Architekturzentrum Wien
„Das Architekturzentrum Wien ist das österreichische Architekturmuseum. Es zeigt, diskutiert, sammelt und erforscht, wie Architektur und Stadtentwicklung das tägliche Leben aller Menschen prägen, von gebauter Verteilungsgerechtigkeit bis zu feministischen und planetarischen Perspektiven, wie dem Sorgetragen für Mensch und Natur. Was kann Architektur? Diese Frage geht uns alle an.“

Photo: Katharina Gossow
Clemens Quirin
afo architekturforum oberösterreich
„Wohin sich die Baubranche entwickeln muss, ist klar: Wir brauchen einen Kraftakt, um unsere gebaute Umwelt klimafit zu machen. Dafür sind reichlich Ziele definiert, Strategien und Methoden entwickelt worden. Jetzt geht es darum, ohne Ausreden und Verzögerungen in die Umsetzung zu kommen. Unser Beitrag dazu wird sein, einem möglichst breiten Publikum den Wert von Baukultur für unsere Zukunft zu vermitteln.“

Photo: Darko Todorovic
Heidrun Schlögl
ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich
„Keine:r baut für sich allein. Das Planen und Bauen jedes und jeder Einzelnen bestimmt Gegenwart und Zukunft unserer Städte und Dörfer, Zentren und Siedlungsränder, Ortsbilder und Landschaften. Deshalb vermittelt ORTE Wissen über Entstehungsprozesse und Rahmenbedingungen anhand nachahmenswerter Objekte direkt vor Ort mit Fokus auf Umbauten, Nachnutzungen, natürliche Baustoffe und Materialkreisläufe.“

Photo: Pamela Schmatz
Nikolaus Gartner
Architektur Raumburgenland
„Architektur bedeutet Bewahren, Verändern, Verbessern – im Einklang mit der einzigartigen Kulturlandschaft des Burgenlandes, den baukulturellen Eigentümlichkeiten der dörflich-ruralen Siedlungsstrukturen und ihren besonderen Bebauungsweisen und Bautypologien. Eine konsistente Zukunft kann nur auf einem Weiterschreiben dieser regional bestehenden Elemente fußen.“

Photo: Rainer Schoditsch
Verena Konrad
vai Vorarlberger Architektur Institut
„Wir wollen nichts auf morgen verschieben. Unsere Haltung ist die Förderung verantwortungsvoller Zeitgenossenschaft. Zentral ist für uns der Blick auf ökologische und soziale Aspekte. Baukultur ist ein Spiegel zivilgesellschaftlicher Prozesse. Mit diesem Verständnis wollen wir eine Kultur etablieren, die sich um die anstehenden gesellschaftlichen Fragen kümmert und stark im Tun verankert ist.“

Photo: Darko Todorovic
Roman Höllbacher
Architekturhaus Salzburg
„Ob man zu den Festspielen, ins Museum oder doch lieber auf den Fußballplatz geht, bleibt jedem und jeder selbst überlassen. Der Architektur aber kann sich niemand entziehen. Möglichst alle zu erreichen ist deshalb Auftrag und Hybris der Architekturvermittlung zugleich. Akupunkturgleich dort anzusetzen, wo man die Vielen UND die Multiplikator: innen für Baukultur erreicht, bleibt die große Kunst.“

Photo: Lisa Kranabetter
Karin Oberhuber
HDA – Haus der Architektur
„Das HDA möchte eine baukulturelle Zukunft vermitteln, die ganz bewusst positiv gedacht ist. Eine Zukunft, in der soziale Verantwortung, der sensible Umgang mit Ressourcen und der Einsatz neuer Technologien miteinander in Einklang stehen. Eine Baukultur, in der Architekturschaffende und Auftraggebende verantwortungsvoll gestalten.“

Photo: The Shubidu Quartet
Arno Ritter
aut. architektur und tirol
„Im Wesentlichen geht es uns um eine Ausdifferenzierung von Sprache. Denn man kann die Baukultur nur verändern, wenn man mithilft, dass die Wahrnehmung der breiten Bevölkerung geschult wird. Damit die Sprache verfeinert wird und die Menschen emotional begreifen, welche gesellschaftspolitische und vor allem nachhaltige Bedeutung die Architektur für die qualitative Gestaltung unseres Lebensraums hat.“

Photo: Jens Ellensohn
Sigrid Prinz
Architektur Haus Kärnten
„Architektur ist alles – ABER nicht alles ist Architektur. Es beginnt mit Zuhören, Reflexion und verantwortungsvollem [Re-]Agieren, das sich auch in ästhetischer und sinnlicher Erfahrung entfaltet. Die baukulturelle Zukunft kann nicht nur ein formales [Bau-]Werk sein, sondern gleichermaßen ein [Transformations-] Prozess, der kulturelle, künstlerische, politische, ökologische, ökonomische und soziale Fragen verwebt, ohne sie zu nivellieren.“

Photo: Privat
