Piranesi Award 2016 verliehen

Renovierung des Hauses Plečnik in Trnovo, Ljubljana, 2015, Arrea arhitekti | Foto: Tadej Bolta

Ende November wurde im Rahmen des internationalen Architekturkongresses „Architekturtage in Piran“ der 28. Piranesi Award vergeben.

Architekten aus den zentraleuropäischen Ländern Österreich, Kroatien, Tschechische Republik, Griechenland, Ungarn, Italien, Slowenien und Slowakei können an diesem renommierten Award mit Projekten, die nicht älter als zwei Jahre sind, teilnehmen. „National selectors“ schlagen die eingereichten Projekte vor. Die Preisträger werden alljährlich am Ende der Konferenz im feierlichem Rahmen in der Ausstellungshalle in Monfort bekanntgegeben. Die Jury setzt sich aus den Sprechern der Konferenz zusammen. Ebenso wird alljährlich der Piranesi Student’s Award verliehen. Hier schlagen „student selectors“ von elf europäischen Architekturfakultäten die Arbeiten vor.

Folgende Kriterien werden alljährlich zur Beurteilung herangezogen:
- Einbettung in die städtische oder natürliche Umgebung
- die räumliche Lösung in Relation zum Kontext
- zeitgemäße innovative Grundrisslösungen
- ein respektvoller Umgang mit dem natürlichen sowie kulturellen Erbe
- Verständnis für traditionelle und autochtone Architektur
- innovative Details
- souveräner Einsatz von Farbe, Material, Oberflächenstruktur und Licht

Beim 28. Piranesi Award 2016 wurde unter dem Präsidenten der Jury, Architekt Francisco Mangado aus Spanien, aus 56 Einreichungen (34 Projekte und 22 Studentenprojekte) ein Siegerprojekt sowie ein weiteres Projekt mit lobenswerter Erwähnung ausgezeichnet. Ein Studentenprojekt wurde gleichfalls lobenswert erwähnt.

Siegerland Slowenien
Der Piranesi Award ging an die Renovierung des Hauses Plečnik in Trnovo, Ljubljana, 2015. Arrea arhitekti (Maruša Zorec mit Maša Živec und Matjaž Bolčina) aus Slowenien zeichnen dafür verantwortlich. Im Haus Jože Plečnik ist die gut erhaltene Wohnung des Architekten mit der gesamten von ihm geschaffenen Innen- und Außenausstattung sowie eine Dauerausstellung über ihn zu sehen.
Die Jury begründete die Entscheidung unter anderem mit dem architektonischen Feingefühl, mit dem hier das kulturelle Erbe, das Haus steht auch unter Denkmalschutz, behandelt wurde. Kleine Interventionen wurden gesetzt in einem Setting in dem jedes Detail bereits perfekt gestaltet worden war. „Gute Architektur präsentiert sich in jedem Maßstab und in jedem Programm, von großen Bauten bis hin zum einfachen Detail“, so die Jury.

Die beiden lobenswerten Erwähnungen gingen an:
- Feuerwehrhalle Vierschach, Südtirol, Pedevilla Architekten, 2016

Bei diesem Projekt schätzte die Jury die einfache, jedoch starke Architektur und das reduzierte Programm. Mit dem einfachen Volumen sei es den Architekten gelungen eine enge Beziehung zu Natur und Topografie herzustellen, die kleine Kirche im Hintergrund behält ihre dominierende Rolle im Dorfbild.

sowie an das

- Jigiya So Rehabilitation Center, Kati', Republic of Mali, 2014, Architekten: Emilio Caravatti, Matteo Caravatti, Italien
Hier lautet der Konsens der Juroren: „Die Architekten verstanden es, auf intelligente Art und Weise eine kostenschonende, aber perfekt gestaltete Architektur in ein Umfeld mit schwierigen klimatischen Bedingungen zu setzen. Mit dem einfachen technischen Aufbau, dem Gebrauch von lokalen Materialien und der monochromatischen Farbe antwortet der Bau sensibel auf seinen Kontext. Die unterschiedlichen Pavillons schaffen eine optimale innere Raumorganisation und somit ein günstiges Mikroklima.“

Die lobenswerte Erwähnung des Student Award ging an Österreich:
- bridgingMzamba, Eastern Cape, Südafrika
Fachhochschule Kärnten, Spittal; Studierende: Thomas Harlander, Florian Anzenberger, Mentoren: Marlene Wagner, Peter Nigst, Mario Rinke, Wolfgang Steiner, Daniel Meyer.
Die Jury war vor allem von der Schönheit der neuen Brücke und ihrer Einbettung in die Landschaft überzeugt. Auch der soziale Wert der neuen Infrastruktur sowie die Fähigkeit der Studierenden solch ein reifes Ergebnis realisiert zu haben, wurde anerkannt.