[Applied] Foreign Affairs⁠

Sanfte, nachhaltige Landung

Ein ehemaliges koloniales Flugfeld im Norden Ghanas wird zum Experimentierraum, wo Architektur durch ihren Prozess definiert wird. Studierende der Wiener Universität für angewandte Kunst untersuchen dort, wie informelle Nutzungen, Vegetation und lokale Kooperationen eine schrittweise Transformation ermöglichen und Raum, Klima und Gemeinschaft neu verknüpft werden können. 

Das [Applied] Foreign Affairs, kurz [A]FA, ein transdisziplinäres Labor am Institut für Architektur der Universität für angewandte Kunst Wien, arbeitet genau in diesem Zwischenraum. Seit seiner Gründung im Jahr 2011 durch Baerbel Mueller erforscht das [A]FA räumliche, infrastrukturelle, ökologische und kulturelle Phänomene in urbanen wie ländlichen Kontexten in Subsahara-Afrika. Jedes Projekt ist in eine konkrete Situation eingebettet, während die daraus entstehenden Antworten bewusst offen und vielschichtig bleiben. Feldforschung, Residenzen, Gespräche, Mapping, spekulative Szenarien und Interventionen verbinden sich zu einem langsamen, reaktiven Entwurfsprozess, der sich kontinuierlich anpasst und weiterentwickelt.

Seit September 2022 richtet sich der Fokus von [A]FA auf das Tamale Old Airfield im Norden Ghanas, ein 1,4 Kilometer langes und 40 Meter breites Relikt kolonialer Infrastruktur. In den 1920er-Jahren von der britischen Kolonialverwaltung als Landebahn errichtet, durchschneidet das Areal heute das suburbane Gefüge einer wachsenden Stadt. Was einst eine städtische Randlage war, ist längst vom urbanen Wachstum eingeholt worden. Siedlungen haben sich an seine Ränder gelegt, Wege kreuzen seine Oberfläche, Alltagsgewohnheiten schreiben sich informell ein, Kinder spielen, Menschen queren den Raum, temporäre Märkte entstehen. Das Flugfeld ist Teil des städtischen Lebens geworden, ungeplant öffnet es einen Raum zum Weiterdenken. In Gesprächen mit dem lokalen „Chief“ des Viertels zeigte sich, dass das Areal im Katasterplan bereits als Recreational Area (Erholungszone) ausgewiesen ist. Was das konkret bedeutet, bleibt jedoch offen. Das [A]FA nimmt diese informellen Nutzungen ernst und versteht sie als Ausgangspunkt seines Projekts. Im Vordergrund stehen eine sanfte, schrittweise Transformation und Veränderung als integraler Bestandteil eines offenen Dialogs. . .

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Der ganzen Beitrag gibt es in unserer neuen Ausgabe von architektur.aktuell 3/2026 zu lesen.

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