Studio Mumbai Architects – Zwischen Sonne und Mond: eine Ausstellung in Stuttgart

Ein 1:1 Umrissmodell im Atelier des Studio Mumbai in Alibag, Indien | Foto: Studio Mumbai

„Zwischen Sonne und Mond“, inspiriert von Elementen indischer Kultur und westlicher Prägung, arbeitet „Studio Mumbai“, eines der führenden Architekturbüros Indiens. Die Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung von Bijoy Jain hat ein architektonisches Oeuvre geschaffen, in dem sich Tradition und Moderne kongenial zusammenfinden. Konsequent und akribisch verbindet “Studio Mumbai“ in seinen Projekten lokale Ressourcen, Materialien und traditionelles indisches Handwerk mit zeitgenössischer Architektur. Die Projektentwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit von Architekten und Handwerkern – Zimmermänner, Schreiner, Maurer, Fliesenbrenner und -leger, Steinmetze, Flaschner oder Dachdecker.

 „Der Name ‚Studio Mumbai’ führt allerdings in die Irre, denn das eigentliche Herz des Büros schlägt südlich der Megacity in Alibag, direkt am Indischen Ozean, im Dschungel unter Palmen. Hier ist eine Art Werkstatt entstanden, die heute rund 120 Mitarbeiter umfasst, von denen aber nur ein Dutzend Architekten sind. Die meisten sind Handwerker: Maurer, Maler, Schlosser, Schmiede, Schreiner, Steinmetze, Zimmerleute!“ (Christof Bodenbach, architektur.aktuell Juni 2016)

Bijoy Jain studierte in den USA, arbeitete bei Richard Meier in Los Angeles und in London. 2005 gründete er in Mumbai die Arbeitsgemeinschaft „Studio Mumbai“. Die meisten Projekte wurden im Bundesstaat Maharashtra realisiert. Sie sind bis ins letzte Detail durchdacht und konzipiert, stets sensibel in die umgebende Natur eingebettet, ortsspezifisch und zugleich international, eben „zwischen Sonne und Mond“. 

In der Ausstellung wird neben der Präsentation ausgewählter Bauten vor allem den Arbeitsprozessen großer Raum gegeben: Die Entwicklung der Projekte ist ablesbar an zahlreichen Modellen in unterschiedlichsten Formaten und Materialien; Inspirationsobjekte, Farbmuster, Materialproben, Werkzeuge und Prototypen erzählen Geschichten von der Bedeutung des Handwerks für eine herausragende und ungemein sinnliche Architektur.

 (Text: ifa/red. bearbeitet)

Die Ausstellung „Studio Mumbai“ ist ein Beitrag der ifa-Galerie Stuttgart zur Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Mumbai, die im März 2018 das 50-jährige Jubiläum begehen wird. 



Vorträge


Bijoy Jain: „Studio Mumbai – Between the Sun and the Moon”

Freitag, 13. Oktober 2017, 18.00 Uhr

Bijoy Jain, Gründer und Leiter von Studio Mumbai, stellt seine Arbeit und das Ethos des Büros vor: „Wir untersuchen grundlegende Fragen, Elementares, nicht aus nostalgischen oder romantischen Beweggründen, sondern aus technologischem und wissenschaftlichem Interesse. Überliefertes Wissen ermöglicht uns – in einer nicht-linearen Erzählung – Technologien neu zu entdecken und uns anzueignen. Solch glückliche Entdeckungen sind unerlässlich in einer sich stets verändernden Welt. Wissen wirkt durch und in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und bietet, wenn man es sich aneignet, Antworten auf jede Zeit. Das Wichtigste: dieses Wissen ist intuitiv und rational, subjektiv und objektiv zugleich; es ist unerlässlich für das Überleben der Menschheit.“ In englischer Sprache 



Brinda Somaya: „India: My Architectural Canvas“

Donnerstag, 23. November 2017, 19.00 Uhr

Brinda Somaya ist Architektin, Konservatorin und Denkmalpflegerin. 1978 gründete sie ihre Firma „Somaya and Kalappa Consultants“ in Mumbai, Indien. Über vier Jahrzehnte lang führte sie Architektur, ihre Erhaltung und gesellschaftliche Bedeutung durch eine Vielzahl von Projekten zusammen. Diese reichen von der Campus-Planung und Revitalisierung eines Dorfes, das von einem Erdbeben zerstört wurde, bis hin zur Restaurierung einer Kathedrale aus dem 18. Jahrhundert. Damit zeigt sie, dass Fortschritt und Geschichte nicht widersprüchlich sein müssen. Ihre Philosophie: „Die Rolle des Architekten ist die eines Vormundes – meine ist es, das Gewissen der gebauten und unbebauten Umgebung zu sein.“ Diese Überzeugung unterstreicht ihre Arbeit, die große Unternehmens-, Industrie- und Institutscampus-Anlagen umfasst und sich auf öffentliche Räume erstreckt. Diese revitalisiert sie oder erfindet sie auch manchmal neu: als Parks, Bürgersteige und Marktplätze. In englischer Sprache

Ausstellungseröffnung: 12. Oktober 2017, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 13. Oktober 2017 bis 7. Januar 2018


ifa-Galerie Stuttgart, ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, alber@ifa.de, www.ifa.de