Mit U2xU5 entsteht derzeit eines der größten Infrastrukturprojekte der österreichischen Hauptstadt. Neue Tunnel, Stationen und Umsteigeknoten erweitern das Wiener U- Bahn-Netz um insgesamt zwölf neue Stationen auf elf Kilometern im Endausbau. Dadurch soll Platz für 300 Millionen zusätzliche Fahrgäste pro Jahr geschaffen und bestehende Linien wie U3, U6, 43, 6 oder 13A sollen entlastet werden. Die folgenden Bilder zeigen, wie sehr diese Infrastruktur aus Tiefenarbeit, Ingenieurspräzision und architektonischer Gestaltung besteht.

 

Wo Geometrien komplexer werden, wechselt auch die Bauweise. In Stationsbereichen und bei verwinkelten Abschnitten wird in der sogenannten Neuen Österreichischen Tunnelbauweise gebaut. Dabei wird der Untergrund zunächst mit Stahlspießen gesichert, danach Meter für Meter ausgebrochen und mit Spritzbeton auf Baustahlgitter gefestigt. Der Tunnel entsteht hier weniger maschinell-seriell als in eigens für den Ort etablierten Bauschritten, die direkt auf die Situation im Untergrund reagieren.

 

© Wiener Linien, Simon Wöhrer

 

Am Matzleinsdorfer Platz entsteht mit der verlängerten U2 ein neuer Umsteigeknoten zur S-Bahn-Stammstrecke. Mehrere zehntausend Menschen leben und arbeiten im unmittelbaren Einzugsgebiet, viele Pendler:innen aus dem Süden Wiens sollen hier künftig direkt in Richtung Zentrum weiterfahren können. In nur sieben Minuten wird man von hier etwa die Station Rathaus erreichen. Der Ort zeigt exemplarisch, wie stark U2xU5 nicht nur neue Wege schafft, sondern das bestehende Netz auch neu ordnet.

 

© Wiener Linien, David Bohmann
 

 

Am Frankhplatz wird die neue U5 erstmals als eigener Ort im Stadtraum sichtbar. Die Station ist über vier barrierefrei erreichbare Zugänge erschlossen und bindet das Alte AKH direkt an das U‑Bahn-Netz an. Von hier werden auch die Straßenbahnlinien 43 und 44 unmittelbar erreichbar sein, weitere Linien liegen nur wenige Gehminuten entfernt. Die neue Mobilitätsinfrastruktur wird damit nicht nur unterirdisch gebaut, sondern bringt auch oberirdisch Veränderungen im öffentlichen Verkehr.

 

© Paul Sebesta


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