Wasserforschungspreis 2018 | And the winner is... PUCP

Regenwassersammelsystem im peruanischen Amazonasgebiet als bioklimatische Vorhangfassade von Pontificia Universidad Católica del Perú; (c) Caro Communications

Das World Architecture Festival (WAF) hat den Gewinner des Wasserforschungspreises 2018, unterstützt vom WAF-Gründerpartner GROHE, gekürt: ein innovatives, gemeinschaftlich geführtes Wassermanagementsystem, entworfen von einem Team aus Studenten der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru (PUCP) fängt, speichert und behandelt Regenwasser und führt es zu bereits bestehenden Wassernetzen.
 
Der Gewinner erhält von GROHE, dem weltweit führenden Anbieter von Sanitärarmaturen, einen Preis in Höhe von 10.000 Britischen Pfund für weitere Forschungen. Das PUCP-Team schlug eine engere Auswahl von 12 Projekten aus über 60 Einreichungen vor, die von einem Expertengremium beurteilt wurden, darunter Richter Henk Ovink, Sondergesandter für internationale Wasserangelegenheiten, Königreich der Niederlande. Jeder Teilnehmer wurde gebeten, neue Möglichkeiten zu "design and water" zu erarbeiten und dabei das Verständnis von Wasser in Verbindung mit der gebauten Umwelt zu fördern und für die Allgemeinheit verständlicher zu machen. Das Preisgeld wird bestehenden Forschungen helfen, Wege aufzuzeigen, wie sich Bewohner von Siedlungen in Amazonas- bzw. Regenwaldgebieten besser an ihren spezifischen ökologischen und kulturellen Gegebenheiten anpassen können.

Im Fokus des Designthemas stand die Schwierigkeit der Integration von Wasser- und Abwasserversorgung im peruanischen Amazonasgebiet, wo nur 31% der Bevölkerung Zugang zu Wasser haben, obwohl sie in einem Gebiet mit den höchsten jährlichen Niederschlagsmengen weltweit leben. Anders als bei einem traditionellen Wassertanksystem hat das PUCP-Team ein System von Rohren entwickelt, das Regenwasser auffängt, speichert und aufbereitet. Es dient als nicht tragende Wand, die weniger Platz beansprucht und leichter in die bestehende Architektur integriert werden kann. Die Anzahl der Röhren kann je nach Wasserbedarf der Benutzer erhöht oder verringert werden. Das System beinhaltet auch traditionelle architektonische Lösungen, wie die Förderung durchlässiger Wände und die Erleichterung der Querlüftung, so dass man bei der Verwendung die hohen Temperaturen des Amazonas ohne künstliche Systeme wie Klimaanlagen bewältigen kann. 

Mit dem Entwurf eines unabhängigen Systems aus herkömmlichen Wassernetzwerken versuchten die Entwickler, die Kosten für die Implementierung und Wartung, die sie generieren, zu reduzieren. Das System ist auch kommunal und nicht individuell und reduziert somit die Kosten pro Familie zum Beispiel. In gleicher Weise fördert die gemeinschaftliche Nutzung Aktivitäten, wie Wäschewaschen und Kochen, die öffentliche Plattformen für Inklusion und Dialog schaffen.

Paul Finch, Programmdirektor des World Architecture Festivals, kommentierte: "Das vorgeschlagene kommunale Wassermanagementsystem, das aufgrund der ironischen Bedingung, dass Gemeinden im Amazonasgebiet trotz des höchsten Regens der Welt nicht genügend Wasser zur Verfügung haben, in die Welt gerufen wurde, spricht sowohl die soziale Gemeinschaft als auch die Umwelt an Herausforderungen verbunden mit Wasserknappheit und -qualität an. Außerdem ist es eine anpassungsfähige Idee. Es besteht die Möglichkeit, das Design in ähnlichen Umgebungen zu reproduzieren. Es ist ein würdiger Gewinner unseres ersten WAF-Forschungspreises."

Belen Desmaison, Dozent an der Katholischen Universität von Peru, kommentierte: "Wir sind sehr dankbar für diesen Preis, da er uns und den mit uns zusammenarbeitenden Gemeinden im Amazonas-Regenwald ermöglicht, weiterhin Alternativen für die Bereitstellung von Wasser in Peru zu erforschen -urbaner, wie auch ländlicher Gebiete. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um an der Produktion eines Regenwasserspeichersystems zu arbeiten, das aus lokalen Materialien und Kenntnissen hergestellt wird und leicht in traditionelle architektonische Typologien integriert werden kann."

Der Preis war der erste, der nach dem Start des WAFX-Manifests im Jahr 2017 angekündigt wurde. Darin wurden die wichtigsten Herausforderungen benannt, mit denen sich die Architekten in den nächsten zehn Jahren auseinandersetzen müssen, darunter Klima, Energie und Kohlenstoff. Aber auch Themen wie das Altern und die Gesundheit, Wiederverwendung, intelligente Stadttechnologie, Bautechnologie, kulturelle Identität, Ethik und Werte, Macht und Gerechtigkeit, wie ebenfalls virtuelle Welten.

Michael Seum, Vizepräsident für Design bei GROHE, kommentiert: "Als ich zum ersten Mal mit Projekte mit Wasserknappheitsproblemen konfrontiert wurde, konnte ich mir nicht vorstellen, dass der peruanische Amazonas auf der engeren Auswahlliste stehen würde. Dieses sorgfältig durchdachte Projekt zeigt jedoch, dass weniger als ein Drittel der Bevölkerung Zugang zu Wasser hat und der Vorschlag eines kommunalen Wassermanagementsystems, das bereits existierende Wassernetze integriert, klingt wie eine sehr pragmatische und innovative Lösung. Wir sind stolz darauf, dieses Forschungsprojekt mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Britischen Pfund auszuzeichnen."
  
Weitere Informationen zu dem WAF Award und dem dazugehörigen Festival finden Sie unter: www.worldarchitecturefestival.com

@worldarchfest

#WAF2018

 

(Quelle: Presseaussendung Caro Communications für WAF)