Zeitlos durch Reduktion

Wer heute Sanitärprodukte entwirft, gestaltet damit den Badezimmer-Alltag für einen Zeitraum von mehreren Generationen. Für den Schweizer Designer Peter Wirz ist genau das der Maßstab für die Weiterentwicklung von Laufen Pro. Im Gespräch wird klar: Statt lauter Effekte interessiert ihn die Frage, wie man ein Produkt so reduziert, dass es über Jahrzehnte funktioniert. Was macht ein Design aus, das bleibt, auch wenn Trends längst verschwunden sind?
Reduktion als Prinzip
Seit über 20 Jahren begleitet Peter Wirz die Entwicklung von Laufen Pro. Auf die Frage, wie sich der Entwurfsprozess verändert habe, antwortet er überraschend knapp: eigentlich gar nicht. Laufen Pro steht für Professional. Die Serie wurde von Beginn an als Werkzeug für Planer:innen, Architekt:innen und Innenarchitekt:innen gedacht, das sich in sehr unterschiedliche Interieurs einfügt, ohne den Raum zu dominieren. Der Grundsatz lautet bis heute: radikale Reduktion. In Studien über viele Modellreihen hinweg wurde immer wieder geprüft, was man weglassen kann. Ziel ist ein neutrales Objekt, an dem sich möglichst niemand stört. Kein Detail soll geschmäcklerisch wirken, nichts soll in zehn Jahren veraltet aussehen.
Zeitlos statt modisch
Wirz unterscheidet klar zwischen Ikonen und Alltagsprodukten. Laufen hat beides im Portfolio. Neben expressiven Serien wie Kartell oder New Classic braucht es eine Basislinie, die in große Stückzahlen geht und für viele Projekte funktioniert. Gerade im Bad, das im Durchschnitt mehrere Jahrzehnte unverändert bleibt, hält er modische Entscheidungen für riskant. Ein dunkelbraunes Trendbad mag heute spannend wirken, kann aber in wenigen Jahren überholt sein. Zeitlos meint bei Laufen Pro nicht Langeweile, sondern eine präzise Formulierung von Funktion und Proportion, die lange tragfähig bleibt.

Peter Wirz, Designer der LAUFEN PRO Serie im Gespräch mit architektur.aktuell
Präzisere Fertigung, schärfere Linien
Verändert hat sich in zwei Jahrzehnten vor allem die Technologie. Materialien, Gießverfahren und Toleranzen wurden laufend verfeinert. Laufen Pro konnte so in den aktuellen Generationen noch geradliniger und präziser werden. Die Haltung blieb gleich, die Ausführung wurde schärfer. Auch bei den Armaturen galt der gleiche Anspruch. Die Aufgabe war nicht, eine möglichst expressive Form zu finden, sondern eine Geometrie, bei der im Idealfall niemand sagt, das gefällt mir nicht. Für Wirz ist das deutlich anspruchsvoller als ein lautes Statement. Ein wichtiger Punkt in der Weiterentwicklung ist das Renovationsgeschäft. Hunderttausende Laufen Pro Produkte sind installiert. Statt alles zu ersetzen, setzt Laufen auf Kompatibilität. Neue Pro Elemente können in bestehende Bäder integriert werden, ohne dass der gesamte Raum erneuert werden muss. Dieses Mix and Match Prinzip ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Einzelne Teile lassen sich austauschen, das Ensemble bleibt stimmig. Zeitloses Design bedeutet hier auch, dass Generationen von Produktständen miteinander kombinierbar sind.
Pro als Rückgrat der Marke
Laufen Pro ist für viele Märkte das wichtigste Produkt im Sortiment. Für Wirz liegt die Qualität der Serie darin, dass sie sich fast von selbst verkauft. Sie passt in Hotels, Wohnbauten, öffentliche und halböffentliche Projekte, ohne Erklärungsbedarf. Gleichzeitig versteht er seine Rolle nicht als Autor, der seine Signatur in den Vordergrund stellt. Entscheidend ist für ihn die Designfähigkeit des Unternehmens. Marke, Portfolio, Services und Räume wie der Laufen Space greifen ineinander. Pro bildet dabei das belastbare Rückgrat. Zeitloses Design heißt in diesem Kontext: ein Produkt zu entwickeln, das sich über Jahrzehnte bewährt, sich leise in die Architektur einfügt und dennoch eine klare Haltung transportiert. Laufen Pro bleibt damit weniger Bühne als Infrastruktur. Gerade darin liegt seine Stärke.
Mehr zur LAUFEN PRO Serie