10:8 Architekten: Bahnhof Zürich-Oerlikon

Ausdauer schafft Qualität   

13 Jahre lang planten und bauten die Stadt Zürich und die Schweizerische Bundesbahn an einer komplexen Verknüpfung von Stadt und Bahn in Oerlikon. Das Ergebnis zeigt: Jeder investierte Tag des zähen Qualitätsstrebens hat sich gelohnt.

Dichte und Wandel   Die Schweiz liegt mit über einem Prozent jährlichem Bevölkerungswachstum bei einer Dichte von 203 Einwohnern pro Quadratkilometer (Österreich: rund 100) im oberen Mittelfeld der europäischen Populationsstatistik. Da die Eidgenossenschaft auch ein basisdemokratisches Land mit höchstentwickelter Wirtschaft und Technologie ist, baute sie eines der dichtesten Eisenbahnnetze der Welt. Die Schweizer sind mit 2.258 gefahrenen Bahnkilometern pro Einwohner und Jahr unangefochtene Bahnfahr-Weltmeister (Österreich: 1.227 Kilometer).

Stetiges Bevölkerungswachstum und gesteigerte Mobilität bei knappem Flächenangebot haben aber selbst das perfekte Schweizer Bahnnetz fast überfordert: Im Großraum Zürich, zu dem mit dem nördlich gelegenen Flughafen auch einer der größten Luftverkehrsknoten Europas gehört, kam es auf der kurzen Strecke zwischen Airport und Hauptbahnhof zu einer wahren Nadelöhr-Situation. Fast alle Verbindungen zwischen der Stadt und dem Norden sowie Nordosten des Landes bündeln sich im Bahnhof Zürich-Oerlikon. Dazu kommt noch der intensive Flughafen- und Pendlerverkehr: Schon vor dem Abzug der legendären Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) Anfang der 1990er Jahre hatte im gleichnamigen Zürcher Stadtbezirk der Wandel zu einem der dichtesten Wohnquartiere der Zentralregion begonnen. (...)