Dietmar Feichtinger Architectes

Aldilonda, Küstenpromenade in Bastia

Aldilonda, Küstenpromenade © David Boureau

Wie auf einer Kamerafahrt über Wellen bietet Aldilonda vielfältige Bildfolgen und respektiert gleichzeitig die Identität der historischen Stätte. Das minimalistische Erscheinungsbild bewahrt die natürliche Landschaft und ihren zeitlosen Charakter. Es scheint, als wäre gar nichts hinzugefügt worden.


 

Kaum etwas ist aufwühlender als das unmittelbare Aufeinandertreffen der kraftvollen Geometrie einer Festungsanlage mit der natürlichen Brutalität des Felsens, auf dem sie Wurzeln geschlagen hat. In dieser schroffen Beziehung von Natur und Architektur ist nicht immer klar, wer von wem getragen wird, so sehr verschwimmen und kommunizieren die Rohheit der Werkstoffe und die Geometrie des Mauerwerks. In Bastia krönt die Festungsmauer der Zitadelle den mächtigen Felsen, auf dem die Genueser im 14. Jahrhundert die Oberstadt Terra Nova erbaut haben. Zum Meer hin scheint es, als könne nichts mehr hinzugebaut werden. Doch Dietmar Feichtinger Architectes wurde mit der anspruchsvollen Aufgabe betraut, genau vor diesem beeindruckenden Küstenabschnitt, der die historische Stadtmauer trägt, eine sanfte Verbindung zwischen den Stadtteilen zu erschaffen. Einen Fußgängerweg zu entwerfen, der barrierefrei zugänglich ist und auch von Radfahrern genutzt werden kann. Dafür arbeitete er mit dem korsischen Architekturbüro Buzzo Spinelli zusammen, das die Bauleitung betreute, und den Landschaftsplanern InSitu.

Dietmar Feichtinger Architectes, Aldilonda, Bastia © David Boureau

Dietmar Feichtinger Architectes, Aldilonda, Bastia © David Boureau

Für mich ist der Weg das Ziel: Architektur als Vermittler zwischen Natur und Kultur.

Dietmar Feichtinger

 

Dietmar Feichtinger Architectes, Aldilonda, Bastia © David Boureau

Dietmar Feichtinger Architectes, Aldilonda, Bastia © David Boureau

Das minimalistische Erscheinungsbild dieser Linie aus Beton, die die Festungsmauer unterstreicht, bewahrt die natürliche Landschaft und ihren zeitlosen Charakter.

 

Das Paradestück dieses Projektes jedoch, das eine direkte Verbindung zwischen dem Norden der Stadt und ihren südlich gelegenen Vierteln wiederherstellt, ist die im Felsen verankerte Promenade am Fuße der Felswand. Sie trägt die Festungsmauer. Eine horizontale Linie aus Beton, fünf Meter über den Fluten, die als Skala fungiert und die Morphologie des Gesteins hervorhebt. Dass diese Fußgängerbrücke so selbstverständlich unterhalb der Oberstadt entlangfließt, liegt an der Verbindung der Beton-Bodenplatten mit dem Cortenstahl der Brüstung. Diese harmonieren perfekt mit den Rost- und Ockernuancen des Felsens aus goldfarbenem Quarzit, durchzogen von blau-grauen Linien. Eine warme Materialität, die im Einklang steht mit dem Putz der Altstadthäuser, die vom Turm der Kathedrale Sainte Marie überragt werden. Die augenscheinliche Schlichtheit des Bauwerkes folgt indessen einer strengen konstruktiven Logik: Auf dem 300 m langen Balkon gibt es abwechselnd Strecken, auf denen die Bodenplatten direkt an den Felsen gegossen sind, und Bereiche, die über das Meer hin auskragen.

Aldilonda, Küstenpromenade © David Boureau

Aldilonda, Küstenpromenade © David Boureau

Aldilonda, Küstenpromenade © David Boureau

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