Architektur, die aufgeht

BAT Studio | The Blooming Shed, Enfield, Nordlondon

Im Gemeinschaftsgarten des Chase Farm Hospitals in Nord- London steht seit Kurzem ein kleines Gebäude mit großer Aussage. „The Blooming Shed“ wurde von BAT Studio als Teil eines Programms zur Entwicklung neuer Räume für mentale Gesundheit errichtet. Entstanden ist ein feiner Holzbau mit beweglicher Fassade, gebaut mit minimalem Budget und maximaler Genauigkeit.

Text: Arian Lehner | Fotos: Marina Lang


Adaptiv statt additiv Das zentrale Element ist die kinetische Fassade: Drei große Polycarbonat-Paneele auf überdimensionierten Schubladenschienen lassen sich wie Fensterflügel zur Seite schieben. Der Raum verändert sich – öffnet sich zur Umgebung oder schließt sich. „Das Gebäude soll nicht nur in der Natur stehen, sondern ein Teil von ihr sein“, erklärt das Team. Innen aus Sperrholz und Fichte, außen mit Wellblech gedeckt, das eigentlich für Tierunterstände in der Landwirtschaft gedacht ist. Die Farbpalette leitet sich von Blumentöpfen ab. „The Blooming Shed verkörpert unsere Überzeugung, dass Architektur sich nicht aufdrängen, sondern anpassen soll.“ Das Gebäude antwortet auf Wetter und Jahreszeiten – nicht metaphorisch, sondern ganz praktisch, indem sich die Hülle öffnet. Es ist kein statischer Pavillon, sondern eine wandelbare Struktur, die dadurch umso mehr nutzbar wird.

Der Pavillon fügt sich behutsam in den Krankenhauspark ein – offen, nahbar, naturnah. 
©Marina Lang

©Marina Lang

©Marina Lang

©Marina Lang

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Sorgfältig, nicht symbolisch Geplant wurde gemeinsam mit Klinikpersonal und Nutzer: innen. Das Ziel war eine bestimmte Atmosphäre, weniger eine Form. „Das Gebäude sieht nicht klinisch aus, und das ist Absicht“, erklärt das Büro. Statt sperrigem Krankenhausdesign bietet der Pavillon einen offenen Raum ohne Hierarchie. Licht, Materialität und Blickbeziehungen fördern Orientierung und Entspannung. Auch die Konstruktionslogik folgt dieser Haltung: The Blooming Shed wurde auf einem bestehenden Fundament gebaut, um Emissionen zu sparen. Viele Materialien stammen aus dem Baumarkt. „Einschränkungen schärfen die Kreativität“, so BAT Studio. „Wir haben industrielle Standardmaterialien neu interpretiert – etwa Schweinestallbleche oder Schubladentechnik – und daraus architektonisch präzise Elemente entwickelt.“


Sie möchten weiterlesen? Dieser Beitrag ist Teil unserer Ausgabe 7-8/2025. Der Volltext ist ab Seite 6 zu finden.

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