Bildungscampus Berresgasse © Lukas Schaller

Der siebenten Wiener Bildungscampus im Bezirk Donaustadt als baulicher Auftakt, mit dem Potenzial eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung einer vitalen Stadtteilkultur, für ein neues Stadtviertel mit rund 3000 Wohnungen, zu spielen.


Zwar türmt sich das von PSLA Architekten (Lilli Pschill und Ali Seghatoleslami) geplante Gebäude des Bildungscampus Berresgasse hinter den Einfamilienhäusern wie ein Gebirge von einem anderen Planeten auf, nimmt mit der Gliederung des Volumens aber auch dessen Körnigkeit auf und schafft es so, die Maßstäbe der unterschiedlichen Siedlungswelten zu verbinden.

Bildungscampus Berresgasse © Lukas Schaller

Bildungscampus Berresgasse © Lukas Schaller

Für ein lebendiges Erscheinungsbild sorgen verschiedene Fensterformate und Parapethöhen sowie die im Wechsel von senkrechter und waagrechter Beplankung gestaltete Holzfassade der Obergeschosse, die je nach Einbaulage kleinteilig unregelmäßig abwittern und vergrauen wird und sich im Lauf der Zeit vom warmen Ton des frischen Lärchenholzes in eine mit den nicht-hölzernen Bauteilen eins werdende silbergraue Farbwelt verwandeln wird. Der Facettenreichtum der Fassade lässt sich auch symbolhaft für die verschiedenen Bildungswelten deuten, die man in Wien seit rund zehn Jahren im „Wiener Campusmodell“ zu verbinden sucht.

 

 

Ebenerdig kommen in einem rechtwinkeligen Sockelgeschoss jene Funktionen zu liegen, die von der gesamten Campusgemeinschaft genutzt werden, respektive unkompliziert für externe Besucher erreichbar sein sollen.



Die drei Kleinkindergruppen und Förderklassen kommen – auf raschem Weg zugänglich – ebenerdig zu liegen. Der Hauptzugang wird von zwei weiteren Eingängen flankiert, von denen Stiegenhäuser direkt in die Cluster von Kindergarten und Volksschule führen.

Bildungscampus Berresgasse © Lukas Schaller

Bildungscampus Berresgasse © Lukas Schaller

 

 

In diesen Clustern angekommen, verfliegt sofort jeglicher Spundus, den man vor einem so großen Gebäude für 1100 Kinder gerechtfertigt haben kann, wenn man noch klein ist. 

Eine Treppe und ein zentrales Atrium verbinden die untere Ebene des Kindergartengruppen und die obere der Volksschule, womit sozusagen vier übersichtliche Kleinschulen innerhalb des riesigen Gesamtkomplexes entstehen.

 

Zahlreiches Mobiliar wurde für diverse Spiel- und Lernszenarien maßgeschneidert, jede Ebene wie ein Dorfzentrum als Gruppierung kommunizierender Gefäße konfiguriert. 

Vorhänge erlauben es, den Grad an Sichtverbindung zu regulieren.

Unterstützt vom Farbkonzept in Beige-, Rosé- und Blautönen und der von geölten oder unbehandelten Holzoberflächen dominierten Materialsprache gelang ein alle Sinne stimulierendes Setting, das Gemeinschaftsgefühl wirksam werden lässt und eine gute räumliche Basis für die Zusammenarbeit über die Geschosse und Bildungsstufen hinweg bildet.

 

Bildungscampus Berresgasse © Lukas Schaller

Bildungscampus Berresgasse © Lukas Schaller

Bildungscampus Berresgasse © Lukas Schaller

Bildungscampus Berresgasse © Lukas Schaller

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