thalmeier architektur

Bildungszentrum Großarl, Salzburg

Maria Prommegger, die jetzige Direktorin der Volksschule und selbst gebürtige Großarlerin, beschrieb die zentralen Anforderungen an die neue Schule und definierte Ziele wie offenes Lernen, die Schule als Markplatz, auf dem mit sämtlichen Methoden des Wissenstransfers gehandelt wird.


Karl Thalmeier hat sich in einem EU-weiten Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren gegen starke in- und ausländische Konkurrenz behauptet. Vergleicht man die Renderings aus dem Architektenwettbewerb mit dem realisierten Bauvorhaben, zeigt sich, dass der Entwurf auf Punkt und Beistrich umgesetzt wurde und das mit einer handwerklichen Akkuratesse, die ihresgleichen sucht.

thalmeier architektur, Bildungszentrum Großarl, Salzburg © atelier wortmeyer

Der Neubau des Bildungszentrums umfasst neben der 12-zügigen Volksschule auch eine Turn- und Veranstaltungshalle, die von den örtlichen (Sport-)Vereinen und der benachbarten Mittelschule mitgenutzt wird. Darüber hinaus enthält sie auch eine Schul- und Gemeindebibliothek sowie Räumlichkeiten für die Nachmittagsbetreuung, was den Begriff eines Bildungszentrums plausibel macht. Im Untergeschoß gibt es noch eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen. Das Gebäude ist damit funktionell gesehen ein Hybrid-Bauwerk, das eine vielfältige Rolle im kommunalen Leben spielt, was sich auch in der Bauweise spiegelt. Über einem Sockelgeschoß aus Ortbeton wurde das „Schuldorf“ bestehend aus vier Häusern in Holzmassivbauweise gesetzt.

Zentrales Element im Inneren ist eine Sitzstufenanlage, die das Erd- mit dem Obergeschoß verbindet. Der von oben belichtete Zentralraum dient auch als Aula. Die unterschiedlichen Lern- und Freizeitzonen für die Kinder, ebenso wie die Direktion sind wie die Flügel einer Windmühle um ihn herum angeordnet.

thalmeier architektur, Bildungszentrum Großarl, Salzburg © atelier wortmeyer

Mittels wandgroßer Schiebeelemente können die Klassenzimmer im Handumdrehen geöffnet und zu einer weitläufigen Lernlandschaft erweitert werden. Umgekehrt lässt sich ebenso rasch wie technisch unkompliziert der gewohnte Unterrichtsraum wiederherstellen, den man dann ganz konventionell über eine Türe in der verschiebbaren Klassenzimmerwand betritt.

thalmeier architektur, Bildungszentrum Großarl, Salzburg © atelier wortmeyer

Es sind viele derartiger Details, die diesen Schulbau so reichhaltig machen. Ein anderes ist die im Innenraum erlebbare Dachform. Die materielle Ausprägung dieser Zimmermannsarbeit ist von geradezu tischlermäßiger Präzision und strahlt im Zusammenspiel mit der Belichtung eine Atmosphäre der Geborgenheit aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Newsletter Anmeldung

Wir informieren Sie regelmäßig über Neuigkeiten zu Architektur- und Bauthemen, spannende Projekte sowie aktuelle Veranstaltungen in unserem Newsletter.

Als kleines Dankeschön für Ihre Newsletter-Anmeldung erhalten Sie kostenlos das architektur.aktuell Special „ZV-Bauherrenpreis 2019“, das Sie nach Bestätigung der Anmeldung als PDF-Dokument herunterladen können.