Dietrich | Untertrifaller & Rey Lucquet - Palais de la Musique et des Congrès Strasbourg

Der Stützenvorhang ist das wesentliche identitäts­bildende Merkmal des neuen PMC

Wie schon beim ab 1995 erneuerten Festspielhaus in Bregenz und später beim Zubau zur Wiener Stadthalle fanden Helmut Dietrich und Much Untertrifaller erneut zu einem klugen Dialog zwischen Alt und Neu: So respektvoll, wie sie es für angemessen hielten und doch durchaus selbstbewusst.

 „Bürgermeister Pflimlin und die ausgezeichnete Stadtverwaltung hatten ein perfektes Programm ausgearbeitet. Bei so günstigen Voraussetzungen kann der Architekt sagen, er arbeite für den lieben Gott: mit Gewissenhaftigkeit, Integrität und Loyalität. Unter solchen Umständen darf man sich freuen, dass die Architektur eine Leidenschaft ist …“. Es war Le Corbusier, der mit diesen Worten seinem Bauherren Lob entgegenbrachte, beim perfekt vorbereiteten Projekt handelte es sich um das Kongresszentrum in Straßburg. Der damalige Bürgermeister der aufstrebenden Europa-Stadt, Pierre Pflimlin, Abgeordneter und späterer Präsident des Europaparlaments, bat den Meister Anfang der 1960er-Jahre um ein „avant-projet“ für das neue Kongressgebäude der Stadt Straßburg. Als Standort war ein Grundstück im Stadtteil Wacken vorgesehen, wo in nächster Nähe die Bauten für die europäischen Institutionen der Stadt ein neues Gepräge verleihen sollten. Le Corbusier entwarf die Kongresshalle als kompakten quadratischen Gebäudeblock aus Sichtbeton mit anschließenden monumentalen Rampenwegen an der Nordfassade, die bis auf das Dach führten, und inszenierte die Architektur als durchwandelbares Erlebnis. Finanzierungsschwierigkeiten und schließlich Le Corbusiers Tod 1965 stoppten das Projekt. (...)