DMAA | Kellogg’s Bremen, Deutschland

Auf der zentrumsnahen Überseeinsel in Bremen entsteht ein neues Quartier. Dem Investor war wichtig, charaktergebende Bestandsgebäude zu erhalten und zu transformieren. So wurde aus den Getreidesilos der Firma Kellogg’s das Silo-Hotel John & Will – benannt nach den Vornamen der Gebrüder Kellogg. Neben dem ungewöhnlichen Schnitt der Hotelzimmer auf kreisförmigem und halbkreisförmigem Grundriss ist es auch das Energiekonzept, das hier Erwähnung finden muss.
Die Transformation von Bestandsbauten ist ein zentraler Bestandteil des zirkulären Bauens. Die Umnutzung der Kellogg’s-Getreidesilos auf der Bremer Überseeinsel zu einem nachhaltigen Hotel wurde daher zu Recht 2025 mit dem Sonderpreis „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“ des Deutschen Städtebaupreises gewürdigt. Der für die Stadt Bremen seit den 1960er-Jahren identitätsstiftende Bau sollte auf Wunsch der Bauherrenschafft erhalten werden, obwohl das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht. Vielmehr fungiert es als Ankerpunkt auf dem circa 40 Hektar großen Areal an der Weser, auf dem das neue Quartier Überseeinsel entsteht. Was aber lässt sich aus leeren Siloröhren machen? Zunächst gab es Ideen zu einem Kletter- oder Tauchsportzentrum, die aus unterschiedlichen Gründen verworfen werden mussten. Die Idee der Umnutzung zu einem Hotel entstand schließlich in einem Brainstorming mit dem Architekturbüro DMAA Delugan Meissl Associated Architects. Hierfür war es zunächst notwendig, die inneren Silo-Verbindungen herauszunehmen, um die verbleibenden acht äußeren Röhren erschließen und sinnvoll nutzen zu können.

Die ehemaligen Kellogg’s-Silos auf der Bremer Überseeinsel wurden zu einem Hotel transformiert und prägen den öffentlichen Raum am Wasser neu.
Nutzung heute
In den ehemaligen kreisrunden Silos sind heute insgesamt 117 Zimmer des John & Will-Hotels untergebracht. Auf der einen Seite des Flurs liegen die großen Stuben (Grode Stuuv), bei denen die gesamten 24 Quadratmeter Fläche genutzt werden und auch die Bäder in die Kreisfläche integriert sind. Auf der anderen Seite des Flures finden sich die kleinen Stuben (Lütt Stuuv), bei denen sich jeweils zwei halbkreisförmige Zimmer eine Röhre teilen. Die Bäder liegen hier außerhalb der Kreisform. Besonders großzügig haben es Gäste, die das Turmzimmer (Toorn Stuuv) in der obersten Etage, dem ehemaligen Büro des Siloaufsehers im 13. Obergeschoss, buchen. Zu den Hotelräumlichkeiten gehören zudem der weiträumige Lobby-, Rezeptions- und Barbereich sowie ein Restaurant im Erdgeschoss, ein Veranstaltungsraum im Staffelgeschoss sowie ein kleiner Fitnessraum. Der gesamte Gebäudekomplex gliedert sich in das Siloröhren-Hotel mit insgesamt zehn Etagen plus Staffelgeschoss und Turmaufbau sowie das sechsgeschossige Vitaminlager, in dem heute Büround Konferenzräume untergebracht sind. . .
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