Haus

Schaut man sich das Haus ale&A, das das Südtiroler Architekturbüro forer°unterpertinger für ein befreundetes Ärzteehepaar und ihre drei Buben gebaut hat, nur oberflächlich an, glaubt man fast, ein Holzhaus vor sich zu haben.


In den Hang geschmiegt  

Vielleicht gebaut aus dem bereits schön vergrauten Holz aus dem benachbarten kleinen Lärchenwald, der sich bis vor kurzem noch bis ganz nah an das Haus ausgebreitet hat. Schaut man allerdings genauer hin, wird klar, dass das sich in zweieinhalb Geschoßen in den Hang schmiegende Haus komplett aus Sichtbeton gebaut ist. Auf ein kleines, nur rund 300 Quadratmeter großes, an einer Straßenbiegung liegendes Grundstück. Anstelle eines unscheinbaren Hauses aus den 60er-Jahren, das die Bauherren vor rund zehn Jahren gekauft und seither bewohnt haben. „Sehr gern“, wie die Bauherrin sagt, mit dem Wachsen der Familie sei das Haus aber zu klein geworden. Und außerdem störte sie es sehr, dass der Garten von der Straße wie den Nachbargrundstücken aus total einsichtig war.
Einer der Gründe, weshalb Ursula Unterpertinger und Gert Forer das neue Haus komplett anders als das alte positioniert haben. 

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Es steht direkt an der oberen Straße, um auf diese Weise die talseitig ausgerichtete Terrasse bzw. die „hängenden Gärten“ zur unteren Straße hin vor den Blicken der Nachbarn bzw. Passanten abzuschotten. Der relativ steile Hang ist abgetreppt, aufgefangen von zwei Mauerreihen bzw. einem hohen und dichten hölzernen Zaun. Was das Haus von dieser Seite aus gesehen fast wie eine Burg daherkommen lässt.

Kein Exot 

Das Haus ale&A sollte architektonisch etwas ganz Besonderes werden, sich von der Typologie der Reihenhaussiedlung bzw. der Einfamilienhäuser, mit der dieser klimatisch privilegierte Sonnenhang dicht bebaut ist, absetzen, allerdings „kein Exot“ sein, so Ursula Unterpertinger. Weshalb bezüglich der Proportionen des Neubaus bewusst Rücksicht auf die Nachbarschaft genommen wurde, das Dach auf der einen Seite flach ist, auf der anderen einen Giebel hat, allerdings einen schräg verzogenen. Sich anpassend dem – als Reaktion auf die Grundstückssituation – mehrfach gefalteten Baukörper. Mit dem Effekt, dass auf diese Weise dessen Länge angenehm relativiert wird.
Es habe schon etwas Schizophrenes an sich, ein Haus – zweischalig mit Kerndämmung – aus Sichtbeton zu bauen und es vertikal mit etwa zehn Zentimeter breiten Latten aus Lärchenholz so zu verschalen, dass sich dessen Struktur so markant in die Haushülle gräbt, dass diese fast wie Holz daherkommt, gibt die Architektin zu. Um im Changieren zwischen Weichem und Hartem, künstlich Gemachtem und natürlich Gewachsenem aber auch unbewusste Emotionen zu provozieren, wie es weder ein Holzhaus noch eines aus Beton tun würde.

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