Herzog & de Meuron - Elbphilharmonie Hamburg

Die Elbphilharmonie sitzt als Landmark am Nordufer der Elbe, direkt am Eingang zur alten Speicherstadt

Die komplexe Wirkung ikonischer Bauwerke ist unbestreitbar. Vor allem im Kulturbereich, dem Brennpunkt unserer Identitäts-Sehnsüchte. Doch welche Mechanismen sind hier am Werk? Ist diese betörende, ökonomisch perfektionierte „Ikonizität“ berechenbar?

Einmal mehr geben Herzog & de Meuron Antworten auf alte Fragen der Bildmacht. In ihrer Architektur geht es darum, kulturelle Prozesse analytisch freizulegen, deren Einzelfaktoren als Planungsparameter zu begreifen und in einem kreativen Prozess zu bewerten. Dann die als zentral erkannten Elemente monumental zu überhöhen. Die richtige Materialsprache zu finden, Homogenität und Heterogenität klug gegeneinander abzuwägen. Den ästhetischen mit dem technischen Prozess zu synchronisieren. Gelingt all das, dann ist das Ergebnis: Schönheit. Basis ist eine Art Funktionalismus, der die Parameter in formaler Überhöhung zur Schau stellt. Welche Kraft dieser monumental ästhetisierte, kalkulierte, sinnliche Funktionalismus besitzt, das zeigte sich in der bekannt langen und schwierigen Projektgeschichte der Elbphilharmonie. In 13 Jahren litt sie unter sämtlichen Problemen, die ein Großprojekt nur ereilen können – überstand jedoch alle unversehrt! Jacques Herzog: „Das Projekt hat wegen seiner Schönheit überlebt. Es hat eine unglaubliche Verführungskraft, besonders in dieser kargen, protestantischen Stadt.“ (...)