BAAS Arquitectura + Grupa 5 Architekci + MAŁECCY biuro projektowe

Krzysztof Kieślowski Radio und TV-Fakultät, Kattowitz

 Krzysztof Kieślowski Radio und TV-Fakultät, Kattowitz © Adrià Goula

Ein liebenswerter „friendly alien“ ist die Krzysztof Kieślowski-Fakultät, die in einer spanisch-polnischen Kooperation entstand und zwei Kulturkreise, das Mittelmeer und das östliche Mitteleuropa, symbiotisch verschmelzen lässt. Den Architekten von BAAS Arquitectura, Grupa 5 Architekci und MAŁECCY biuro projektowe gelang nicht nur ein Kleinod, sondern sie schufen auch viele sehr kommunikative Orte.


 

Es ist ein 5.390 m2 großes Haus, dessen wandlungsreichen Schichten und Materialitäten es im wechselnden Licht eines Tages oder Jahres sehr unterschiedlich mit seinem urbanen Umfeld kommunizieren lassen. Bizarr wirkt auf den ersten Blick sein Ort am Rande des Kattowitzer Zentrums inmitten verfallender Wohnbauten der Wilhelmininischen Epoche, mit sehr einfachen Häusern und zumeist recht engen Lichthöfen. Nur eines unter 36 eingereichten Projekten beim 2011 ausgelobten offenen Architekturwettbewerb verfolgte einen anderen Weg, in dem es nicht den Abriss, sondern ein Weiterbauen an der vorgefundenen städtebaulichen Struktur und die Integration eines alten kleinen Industriegebäudes ins neue Fakultätsgebäude vorschlug. Viergeschossig zur Straße und zweigeschossig im Blockinneren überzeugte das Gemeinschaftsprojekt vor allem mit seiner beeindruckenden Vielfalt von Höfen, Wegen und Raumfolgen sowie einer mächtigen diaphanen Gitterhülle aus gebranntem Stein zur Stadt hin. Umhüllte zum Wettbewerb noch eine vorgesetzte Hülle horizontaler Keramiklamellen den Neubau, so erstreckt sich nun dort ein engmaschiges Gitterwerk aus vorgefertigten Keramik-Modulen, deren dunkles Rot viel eleganter an die Backsteine des Industriezeitalters anknüpfen und zugleich die Hülle ungemein leicht wie eine gewebte Textilie erscheinen lassen. 


Zum Anfassen, ja sogar zum Streicheln animieren die vielfältigen Oberflächen des Gebäudes, aber auch des Mobiliars, das die Architekten oft selbst gestalten konnten. Und selbst der harte und raue Backstein erscheint an ihrem Gebäude kostbar haptisch, ebenso mehr einem gewobenen Stoff ähnlich als einer amorphen Masse. Hergestellt in einem alten, nahen regionalen Ringofen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, zeigt der Patoka-Backstein vielgestaltige Narben und Farben, irisiert wild, wölbt und bläht sich auf. Höchst kostbaren alten Teppichen ähneln diese Backsteine, die sich von der Glätte der Glas- und Holzelemente deutlich abheben.

Krzysztof Kieślowski Radio und TV-Fakultät © Adrià Goula

Krzysztof Kieślowski Radio und TV-Fakultät © Adrià Goula

Krzysztof Kieślowski Radio und TV-Fakultät, Kattowitz © Adrià Goula

Krzysztof Kieślowski Radio und TV-Fakultät, Kattowitz © Adrià Goula

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