Gustav Lange mit BBS Landscape Engineering

Mauerpark, Berlin

Gustav Lange mit BBS Landscape Engineering, Mauerpark, Berlin © Manuel Frauendorf

Ein resilienter Raum für die res publica: Rau und hart, aber auch wild und grün sowie fast immer überbevölkert ist der Mauerpark. Ende 2020 wurde er fast um das Doppelte auf 14,5 Hektar vergrößert. Voller Gegensätze zieht er wie kaum ein anderer öffentlicher Raum junge Menschen an. Sie haben ihn längst zu einem der bekanntesten Parks von Berlin gemacht.


 

Rasche Aneignung

Als 1991 der bekannte Hamburger Landschaftsarchitekt Gustav Lange und Schüler Hermann Matterns einen der ersten Berliner Landschaftswettbewerbe nach dem Fall der Mauer gewannen, befand sich Berlin in einer euphorischen Aufbruchsstimmung. Ein erster Baustein von vielen für eine ambitionierte wie umfassende Freiraumgestaltung der vielen offenen Wunden, die die Mauer seit 1961 zwischen West und Ost gerissen hatte: Langes Projekt bot einen markanten Neubeginn unter Bewahrung und Weiterentwicklung vieler Spuren der Geschichte an. Das reichlich verwilderte Gelände am nördlichen Ende von Berlins berühmtester „Mauerstraße“, der Bernauer Straße, war einst Exerzierplatz, dann Güterbahnhof und Sportgelände gewesen. Nach dem Fall der Mauer war es teils von Schrauberbuden, Hütten und vielen anderen provisorischen Nutzungen in Beschlag genommen worden. Nun sollte es an die Geschichte seines Ortes anknüpfen und dennoch viel Neues bieten.

Mauerpark © BBS Landscape Engineering, Manuel Frauendorf

Mauerpark © BBS Landscape Engineering, Manuel Frauendorf

Gewachsene Wildheit

Weitergeführt, aber gestalterisch variiert wurde das System dreier paralleler Wegeachsen von Süd nach Nord. In Teilen verlor es zwar an gestalterischer Prägnanz, machte aber dafür Teile des Parks im Süden temporär für andere Nutzungen kompatibel. Was nie geplant war, aber in den letzten 20 Jahren dennoch entstand und über populären Rückhalt verfügte, wurde als fait accompli in die Planung integriert. An das gestalterisch aufgewertete Hüttendorf schließt sich nun zwar ein relativ großer Bereich mit asphaltgebundenen Flächen an, die aber den Vorteil bieten, am Wochenende vom Flohmarkt und werktags als Sportflächen genutzt werden zu können. Etwas gelichtet und kürzer ausgeführt werden musste dafür die einst sehr große Baumallee von Lange. Und auch an anderen Stellen nahm leider die Breite und Anzahl asphaltierter Wegabschnitte zu. Christoph Schikora und Paul Simons von BBS Landscape Engineering trugen damit aber pragmatisch der intensiveren Nutzung des Parks von Radfahrern und Skatern Rechnung.

Mauerpark © BBS Landscape Engineering, Manuel Frauendorf

Mauerpark © BBS Landscape Engineering, Manuel Frauendorf

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