Hütte

Fernsehen in Echt Wer sich auf den Weg vom hinteren Ahrntal zur neuen Schwarzensteinhütte macht, muss wissen, dass es sich dabei um keinen Sonntagsspaziergang handelt. Ist auf 3026 Metern Seehöhe die Natur doch übermächtig, das Klima rau, fühlt sich der Mensch sehr klein an genauso wie seine Spuren, etwa ein Kreuz auf einem der Gipfel in der Umgebung.


Akt des Ungehorsams   

Ehrfurcht vor der Natur war auch die Grundhaltung, mit der sich das Südtiroler Architektenpaar Helmut Stifter und Angelika Bachmann an die Aufgabe herantastete, eine neue Schwarzensteinhütte zu entwerfen. Ein Neubau war notwendig geworden, weil die 1894 eröffnete, immer wieder veränderte Hütte durch die durch den Klimawandel provozierte zunehmende Aufweichung des Permafrosts statisch nicht mehr haltbar war.

Die Autonome Provinz Bozen – seit dem Jahr 2000 Eigentümerin der 25 Schutzhütten, die ehemals dem deutschen bzw. österreichischen Alpenverein gehörten und 1918 vom italienischen Staat enteignet wurden – hat 2012 für drei aus den unterschiedlichsten Gründen notwendig gewordene Neubauten Architekturwettbewerbe ausgeschrieben, zu denen je Projekt acht Büros eingeladen wurden. Für den der Schwarzensteinhütte war eines davon das von Stifter + Bachmann, die sozusagen durch einen Akt des Ungehorsams ihre Mitbewerber aus dem Rennen geworfen haben.

Hütte

Die Form des Hauses ist letztlich den Bedingungen des Hochgebirges geschuldet.

Edith Schlocker

Gestapelte Räume  

Denn während in der Wettbewerbsausschreibung die klassische, horizontal ausgerichtete Raumorganisation für Hütten mit Windfang, Schuh- und Trockenraum bzw. Speisesaal und Küche im Erdgeschoss und Schlafkammern in der Ebene darüber vorgesehen war, stapeln Stifter + Bachmann das Raumprogramm in sechs, nach oben wie unten leicht einknickenden Ebenen übereinander. Gegessen und gekocht wird auch hier im Erdgeschoss, der Trocken- und die Technikräume befinden sich im ersten bzw. zweiten Untergeschoss, geschlafen wird in den drei Obergeschossen. Mit dem Vorteil, dass auf diese Weise der architektonische Fußabdruck in der Landschaft sehr klein gehalten wird, indem die Hütte den Untergrund nur an schmalen Fundamentstreifen berührt, die fest im Fels verankert sind. Wodurch zwischen der betonierten – warmen – Bodenplatte und dem – kalten – Felsen sozusagen als Puffer ein schmaler Luftraum entsteht. (...)  

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