Nickl & Partner: Kaiser-Franz-Josef-Spital, Wien - Die Gesundheits-Stadt

Zeitgemäße Spitalsarchitektur: rechteckig-kompakte erweiterbare Rasterstruktur

Eingliederung eines aufgelassenen Kinderspitals, moderne Räume für vorhandene Abteilungen und Neuordnung des gesamten Areals – das waren die komplexen Planungsaufgaben im Schwerpunktkrankenhaus für Wiens Süden.

Zentral, dezentral, regional

Die verlässliche Gesundheitsversorgung einer Millionenstadt auf optimalem medizinischem und sozialem Niveau ist ein höchstrangiges politisches Ziel und ein planerisches Großprojekt. Sein Erfolg ist entscheidend für die Lebensqualität und die Entwicklungschancen einer Metropole, ihrer Region und des ganzen Landes. Als Großstadt, deren massivste Wachstumsphasen ins späte 19. und frühe 21. Jahrhundert fallen, besitzt Wien eine heterogene Gesundheits-Infrastruktur. Darunter sind auch viele alte und kleinere Einheiten, die aktuellen Medizin- und Effizienz-Standards nicht mehr genügen. Seit den 1960er Jahren und, stark forciert, seit dem erneuten Stadtwachstum ab 1990 wird diese Struktur nun zukunftsfit gemacht.

Dabei haben sich die dominierenden Spitalsplanungs-Philosophien immer wieder geändert – von den Großzentren der 1970er Jahre (Allgemeines Krankenhaus) über dezentrale Einheiten, in die noch bis zur Jahrtausendwende investiert wurde, bis hin zur erneuten Konzentration in Schwerpunkthäusern und Sozialmedizinischen Zentren (SMZ), die man heute in drei Regionen mit je zwei Großspitälern verfolgt. Dazu gehört das Krankenhaus Nord, das mit dem SMZ-Ost kooperiert und derzeit nach Plänen von Albert Wimmer errichtet wird. Das 2011 beschlossene und bis 2030 zu implementierende städtische Spitalskonzept sieht ferner vor, dass das Kaiser-Franz-Josef-Spital gemeinsam mit dem Rudolfsspital die Grundversorgung in der Region Süd übernimmt. Im Westen wird dies vom Krankenhaus Hietzing und vom Wilhelminenspital geleistet. (...)