NL Architects und XVW architectuur - Sanierung des Wohnblocks Kleiburg, Amsterdam

Das unkonventionelle Sanierungskonzept für den Amsterdamer Wohnblock „Kleiburg“ hat soeben den Mies van der Rohe Award 2017 gewonnen. Im Zuge des Umbaus wurde der 11-geschossige Betonkoloss aus dem Jahr 1971 durch wenige gezielte Eingriffe intelligent zurückgebaut und geöffnet. Der Innenausbau der kostengünstigen Einheiten erfolgte nach vereinbarten Vorgaben in Eigenregie durch die Bewohner. 

Im Südosten von Amsterdam wurde seit Mitte der 1960er-Jahre das Quartier Bijlmermeer als funktionale Modellstadt entsprechend den Idealen des CIAM aus dem Boden gestampft. Ein zentraler Baustein der Planung waren 24 jeweils elfgeschossig über einem wabenförmigen Raster aufsteigende Wohnblöcke mit einer Länge von 400 Metern und mit insgesamt 12.000 Wohneinheiten. Was sich in der Theorie zu einer weitläufigen Gartenstadt mit Schnellbahnanbindung zum Zentrum ergänzen sollte, entwickelte sich in der Praxis durch zahlreiche Fehlplanungen sowie durch ethnische und soziale Segregation schnell zu einem urbanen Brennpunkt. Schon bald eilte Bijlmermeer der Ruf als schlechteste Wohngegend in den gesamten Niederlanden voraus. Nach ersten Renovierungen in den 1980er-Jahren wurde deshalb bereits in den 1990er-Jahren im Rahmen einer tiefgreifenden Quartierserneuerung damit begonnen, einen großen Teil der Betonriegel wieder abzureißen und durch kleinteilige Wohnungen zu ersetzen. (...)