Ostertag Architects | Bahnhof Wampersdorf, Österreich

OSTERTAG ARCHITECTS zeigen bei ihrem Bahnhofsprojekt der Pottendorfer Linie, wie sich enge zeitliche und räumliche Vorgaben mit gestalterischem Anspruch verbinden lassen. Zwischen Zukunftsbild, Wiedererkennbarkeit und lokaler Einbindung entsteht eine Architektur von ästhetischer Leichtigkeit.
„Stationen sind viel mehr als Transiträume. Sie sind Möglichkeitsräume, sozialer Treffpunkt und Hotspot zur Durchmischung verschiedenster sozialer Gruppen, Bedürfnisse und Intentionen. Hier teilen sich alle einen Raum.“ Architektin Andrea Ostertag, unter anderem eine erfahrene Planerin für Mobilitätsgebäude, ist es wichtig, die Menschen spüren zu lassen, was eigentlich hinter einem Ort steht, der viel mehr kann, als Züge im Takt ein- und ausfahren zu lassen. „Bahnhöfe zu planen ist wie eine seismografische Expedition in komplexe soziale Situationen. An kaum einem anderen Ort emulgieren gleichzeitig so viele unterschiedliche Erwartungen: Ankommen, Wiedersehen, Abfahren, Abschied, Warten, Träume, Zeitdruck, Alltag. Moderne Bahnhöfe sind deshalb als offenes System geplant und als Impuls für urbane Entwicklungen. Sie repräsentieren eine neue Kultur des Umsteigens auf öffentliche Verkehrsmittel und sind Plattform für individualisierte, aktive Mobilität.“

Bahnhof Ebreichsdorf © Andreas Buchberger
Aus einem Guss
Einmal mehr haben OSTERTAG ARCHITECTS diese Philosophie bei der Planung des Bahnhofs Wampersdorf in Niederösterreich an der Pottendorfer Linie umgesetzt. Als Teil eines transeuropäischen Verkehrsnetzes übernimmt diese eine zentrale Rolle im Pendler:innenverkehr südlich von Wien. Nach der Fertigstellung der Bahnhöfe Hennersdorf, Achau, Münchendorf und Ebreichsdorf ist nun Wampersdorf der vorläufig letzte „Baustein“ des überregionalen Mobilitätsprojekts. Ziel war es, die Verkehrsstationen zu einer Serie von attraktiven Bauwerken weiterzuentwickeln, die eine neue Kultur des Umsteigens auf öffentliche Verkehrsmittel repräsentieren, verknüpft durch ein gemeinsames Erkennungsbild und eine durchgängige Architektursprache, hinter der sich höchste Funktionalität und technischer Anspruch verbergen. „Es entstanden schlank geschnittene Bauwerke, deren sandgestrahlte, gefärbte Betonoberflächen eine homogene Plastizität verkörpern. Die besondere Charakteristik wird durch die Adaptionsfähigkeit und Integration der Baukörper an Umgebungen, Nachbarschaften und Raumhöhen geschaffen“, beschreibt Andrea Ostertag die gestalterischen Leitsätze, die sich wie ein roter Faden durch alle Bahnhöfe ziehen.
Zwischen Stadt und Land
Charakteristisch für das Erscheinungsbild des am Rande der Ortschaft gelegenen Bahnhofs Wampersdorf sind die weit auskragenden, scheinbar schwebenden Dächer aus gefaltetem Stahlbeton. Mit ihren markanten Öffnungen und den offen geführten Zugangsbereichen schaffen sie gezielte Blickbeziehungen zu Bahnsteigen und Vorplätzen. Architektur und Landschaft treten dabei in einen wechselseitigen Dialog: Die Freiräume werden Teil des Bauwerks, während die bauliche Struktur zugleich den Außenraum mitformt. Diese räumliche Offenheit sorgt für eine intuitive Orientierung und hohe visuelle Klarheit. Eine weitere Qualität für den Aufenthalt am Bahnhof Wampersdorf ist das gezielt geführte Tageslicht, das bis in die Unterführung sämtliche Ebenen der Anlage durchdringt. . .
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