PENTAPLAN | Prinzessin Veranda, Graz

Bereichernde Störfaktoren

Noch immer gibt es bauliche Brüche am Grazer Lendplatz, obwohl sich der Platz im Laufe der Transformation des Stadtbezirks Lend Schritt für Schritt von einer innerstädtischen Problemzone zu einem Ort mit neuem Image entwickelt hat. Der sogenannte Prozess der Gentrifizierung hat sich hier nahezu exemplarisch mit der Ansiedlung einer jungen kreativen Szene, einer veränderten Geschäfts- und Lokalsituation und der Aufwertung des Marktes zu einem hippen Treffpunkt vollzogen. Der Zuzug junger kreativer Menschen, die keine Berührungsängste mit der ansässigen multikulturellen Bevölkerung haben, wird nun als Bereicherung registriert. „Es ist gut, dass es Störfaktoren gibt“, meint Klaus Jeschek von PENTAPLAN. „Sie sind Reibeflächen und gut für die Atmosphäre, weil sie ein Zuviel an Chic verhindern.“ Diese Einstellung ist typisch für das Grazer Büro, das seit über 20 Jahren Architektur in einer ungewöhnlich ganzheitlichen Auffassung realisiert – städtebaulich, typologisch, formal. Sie begreifen Bauen als stadtplanerische, im weitesten Sinne soziale Verantwortung, aus der heraus sie über die Architektur hinaus den unmittelbaren Stadtraum mitgestalten. Das Instrument dazu ist die Koppelung ihres Architekturbüros mit einer eigenen Bauträgergesellschaft – ein für Österreich seltenes Modell. (...)