LIQUIFER Systems Group

Prozessdesign für Weltraum und Erde

LIQUIFER Systems Group arbeitet in ungewöhnlich großen multidisziplinären Teams an Projekten für den Weltraum sowie an Technologien, die wachsenden Städten und steigenden Bevölkerungszahlen Rechnung tragen. Intelligentes Material- und Ressourcenmanagement in geschlossenen Kreisläufen sind hier und dort lebensnotwendig. Man lernt gleichermaßen durch Spin-offs von Projekten außerhalb der Erdatmosphäre wie von den für die Erde geplanten. Für die Architektinnen selbst existiert diese Unterscheidung nicht – Erde, Mond oder Mars sind Teil des gleichen Sonnensystems.


 

Schon der Weltraumschlafsack an der Wand und die Darstellungen auf den Bildschirmen sind ein Hinweis auf nicht alltägliche Arbeitsinhalte, die im Büro mit Blick auf das Dach des Wiener Stephansdoms produziert werden. Das stimmt in der Tat: Zurzeit wird hier u.a. an der Lunar Orbital Platform-Gateway gearbeitet. Das ist nichts Geringeres als die von internationalen Raumfahrtorganisationen wie der NASA und ESA geplante personenbesetzte Raumstation, die nach der Internationalen Raumstation (ISS) den Mond umkreisen soll. Airbus, das größte europäische Luft- und Raumfahrtunternehmen, hat LIQUIFER Systems Group als Subunternehmer mit der Organisation der sogenannten Crew Systems, der Innenraumkonfiguration für das internationale Modul beauftragt. 2003 von Barbara Imhof und Susmita Mohanty gegründet, führt Imhof seit 2005 mit Waltraut Hoheneder und seit 2019 mit René Waclawicek als weitere Geschäftsführer die Forschungsplattform rund um ein interdisziplinäres Team aus ArchitektInnen und Ingenieuren mit Kompetenzen in Weltraumforschung und -architektur.

Bepflanzungssystem für den Weltraum

Ein Spaceshuttle kann binnen 10 Minuten den Raum der Schwerkraft überwinden. Und die ISS ist nur rund 350 Kilometer von der Erde entfernt – das ist eine Zugstrecke von Wien nach Salzburg.

Barbara Imhof, LIQUIFER

Imhof und Hoheneder studierten, zusätzlich zu anderen Ausbildungen, Architektur an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Wolf D. Prix. „Prix hat in mir das Interesse an der Utopie geweckt“, so Hoheneder. Die Projekte von LIQUIFER klingen utopisch, sind jedoch sehr konkret. „Ein Spaceshuttle kann binnen zehn Minuten den Raum der Schwerkraft überwinden. Und die ISS ist nur rund 350 Kilometer von der Erde entfernt – das ist eine Zugstrecke von Wien nach Salzburg,“ erklärt Imhof. Die Architektin schloss Ende der 1990er Jahre auch einen Master of Space Studies an der International Space University in Strasbourg ab, der ihr ein Praktikum bei der NASA am Johnson Space Center in Houston sowie die Mitarbeit an den Anfängen einer bemannten Marsmission ermöglichte. Das Studium war die Grundlage für den Aufbau eines internationalen Netzwerks – unerlässlich für den Weltraum als Aufgabengebiet.
In ihren Anfängen, erzählt Barbara Imhof, bekam sie öfter Anfragen, „schöne Zeichnungen“ für ein Projekt zu liefern – eine Aufgabenstellung, die man WeltraumarchitektInnen zugestand. Mittlerweile ist LIQUIFER Systems Group mit ausgewiesener Expertise in großen internationalen Konsortien tätig.

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