Petr Janda / brainwork, Revitalisierung der Prager Uferpromenade © BoysPlayNice

Die Prager Kaimauern wurden zum Schutz der Stadt vor Überflutungen geschaffen. Jedoch trennten sie diese auch von der attraktiven Uferzone entlang der Moldau. Nun wurde dieser besonderen urbanen Zwischenzone neues Leben eingehaucht.

Vom Eisspeicher zur Bar

Das großräumige Revitalisierungsprojekt umfasst insgesamt drei Kais, nämlich Dvořák, Rašín und Hořejší. Auf der Länge von fast vier Kilometern stellt es das größte städtische Investment in den öffentlichen Raum Prags seit 1989 dar. Trotz ihrer Dimension sind die Eingriffe aus der Entfernung kaum sichtbar, da sich der Architekt vor allem den gewaltigen Gewölben im Inneren der Stützmauern widmete. Einst als Eisspeicher dienend, hatten sie mit dem fortschreitenden Anschluss der Haushalte an das Elektrizitätsnetz ihre ursprüngliche Funktion verloren. Die sechs Mauernischen am Rašín-Damm erhielten kreisförmige Öffnungen mit bis zu fünfeinhalb Metern Durchmesser. Da die Innenräume bis dahin weder über Tageslicht noch über Dämmung oder Elektrizität verfügten, erforderte ihre Anpassung an alternative Verwendungszwecke extrem robuste technische Lösungen. Petr Janda suchte daher nach einer vielseitigen Lösung, die künftig flexible Nutzungen erlauben würde. Vormalige Speicher in Bars oder Galerien umzuwandeln, bedeutete vor allem, Licht in die Gewölbe zu bringen. Außerdem wollte Janda eine möglichst einfache Verbindung zwischen dem Innen- und dem Außenraum herstellen. Er konzipierte deshalb ein durchgehendes rundes Glaselement, das zugleich als Fenster und Türe dienen kann. Die riesigen schwenkbaren Portale bestehen aus Stahlrahmen, versehen mit sieben Zentimeter dickem organischem Glas und lassen sich aufgrund ihres Gewichts motorisch öffnen und schließen. Die Achse der Schwenktüre verläuft nicht vertikal, sondern leicht diagonal versetzt und unterteilt den Rahmen in eine kleinere und eine größere Fläche. Der Architekt kontrastiert das von außen eindringende Licht mit dem Halbdunkel der weiter hinten gelegenen Bereiche. Die großformatigen Rundfenster mit ihren unerwarteten visuellen Effekten erwiesen sich als der Schlüssel für die herausragende Qualität des verwandelten Stadtraums.

Die sechs Mauernischen im Rašín-Damm erhielten kreisförmige Öffnungen mit bis zu fünfeinhalb Metern Durchmesser.  © BoysPlayNice

Inszenierung und Zurückhaltung

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