Riegler Riewe Architekten | Med Campus Graz

Als 2004 die medizinischen Traditions-Fakultäten in Wien, Innsbruck und Graz aus der Bundesverwaltung ausgegliedert wurden und fortan als selbstständige Einheiten wirkten, wurde vom zuständigen Ministerium die Entscheidung getroffen, den Neubau der Med Uni in Graz in Angriff zu nehmen. Denn diese Schule überzeugte mit einem innovativen Konzept zur Reorganisation der medizinischen Lehr- und Forschungslandschaft. Den 2010 EU-weit ausgeschrieben Wettbewerb konnten Riegler Riewe Architekten mit einer funktionsoptimierten Architektur mit avancierter Handschrift für sich entscheiden.

Für die Med Uni Graz (MUG) bedeutete der Bau des Campus im Osten der Landeshauptstadt Neuorientierung und -strukturierung – u.a. wurden die zwölf Institute zu vier Forschungszentren gebündelt – sowie ein Signal für den Vormarsch ins europäische Spitzenfeld von Lehre und Forschung. An einem Standort konzentriert, profitieren die zuvor über das ganze Stadtgebiet verstreuten vorklinischen Institute nun vom gegenseitigen Austausch und der unmittelbaren Nähe zum LKH-Klinikum. Für die Stadt Graz war es die Entwicklung eines neuen Stadtteils: Allein Modul 1, eröffnet im Oktober 2017, liegt mit einer Bruttogeschossfläche von 44.825 m2 auf 2,7 Hektar Baugrund und bietet über 5.000 Personen Platz zum Studieren und Forschen. Die Stadt unterstützte die Stärkung des Forschungsstandortes Graz u.a. mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, wie der Verlängerung der Straßenbahnlinie, dem Ausbau von Geh- und Radwegen und der Regulierung des Stiftingbaches. Die Architekten wiederum – es ist bauvolumenmäßig das größte Projekt des Grazer Büros – begaben sich unter intensiver Einbindung der MUG in einen komplexen Planungsprozess: von strengen Anforderungen an eine nachhaltige Ausrichtung bis hin zur Entwicklung perfekter baulicher Bedingungen für Labors mit Spitzenleistungen. Mit einem Wort, viele unterschiedliche Interessen, die im Planungs- und Bauprozess des Großprojekts aufeinandertrafen, die aber von einem kräftigen Zug an einem gemeinsamen Strang bestimmt waren. Auch der lange Weg, der mit dem Bau von Modul 2 (voraussichtliche Fertigstellung 2023) noch zu gehen ist, und der die BGF verdoppeln wird, zeichnet sich als eine konsensorientierte Kooperation zwischen Bauherr und Nutzer, Stadt und Land ab. (...)

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Zur Richtigstellung und Ergänzung unserer Reportage über den MED CAMPUS Graz in der

architektur.aktuell 01-02/2018 Printausgabe:

 

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