Riegler Riewe: Schlesien Museum in Katowice - Oben und unten, Licht und Raum

Elaboriertes Spiel mit Licht und Schatten, Farbe und Raum | Photo Wojciech Krynski

Das ehemalige Steinkohlebergwerk Katowice ist die Bühne für das neue Regionalmuseum. Es soll Identität schaffen sowie Ort und Stadtraum zur Geltung bringen. Ein schlaues Konzept: Mit Lichtkörpern auf der Fläche und ausgedehnten Museumsräumen darunter gelingt die Verbindung von ikonischer Industriearchitektur und zeitgemäßen Bildungskonzepten.

Identitätsfragen

Das Siegerprojekt des internationalen Wettbewerbes 2007 zum Bau des neuen Schlesien Museums in Katowice wurde bis 2013 realisiert, wartet allerdings noch auf seine offizielle Eröffnung. Das 2,7 ha große Areal im nordöstlichen Teil der Hauptstadt der Woiwodschaft Schlesien profitiert seit 2005 von der großangelegten Investition des weitreichenden regionalen und urbanen Revitalisierungsprogramms. Das Gebiet war seit dem 19. Jahrhundert Standort des Kohlebergwerks Katowice-Kleofas. Nahtlos an den Stadtkern anschließend, verweist die zentrale Fläche auf die enorme historische und ökonomische Bedeutung der Industrie für Schlesien. Das schwarze Gold war stets treibender Faktor der historischen Entwicklung, von territorialen Ansprüchen bis hin zu bilateralen Handelsbeziehungen in der Zwischenkriegszeit, dem Zweiten Weltkrieg und danach. Die bewegte Geschichte Schlesiens, seine Entstehung, Teilung und die Frage nach der Zugehörigkeit ist mitunter auch heute noch Thema politischer Auseinandersetzungen. Auch das Museum ist davon betroffen. (...)