Smyk Fischer Architekten | Luftschiffhalle, Mülheim an der Ruhr, Deutschland

Strukturwandel im postindustriellen Ruhrgebiet heißt oft Rückbau. Manches überdauert, wird zum Kulturort oder Wahrzeichen. Auch die sogenannte grüne Raupe, ein ehemaliger Luftschiffhangar, der zwischen Essen und Mülheim auf dem Rasen eines Flugplatzes schlummerte, genoss eine gewisse Prominenz. Jetzt hat sie einen Nachkommen in metallischer Hülle, der nicht nur Luftschiffe schluckt, sondern auch zum Feiern in großer Runde einlädt.
Ein Wahrzeichen ganz eigener Art lag 33 Jahre lang an der A52 zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr: Der Hangar, der im Vorbeifahren aussah wie eine dicke grüne Raupe, war eine einfache folienbespannte Stahlkonstruktion, deren Kubatur die Form der darin parkenden Luftschiffe direkt abbildete. Seit 2023 steht an gleicher Stelle auf dem Flughafen Essen/Mülheim nun ein Nachfolgerbau, dessen perfekt gerundete Hülle silbrig in der Sonne schimmert. Als die WDL (Westdeutsche Luftwerbung Theodor Wüllenkemper GmbH & Co.KG) das Mülheimer Architekturbüro Smyk Fischer mit dem Entwurf des neuen Luftschiffhangars beauftragte (ab Leistungsphase 5 übernahm Gronau Plan, Wegberg), „waren wir uns der Dimension zunächst gar nicht bewusst“, erinnert sich Martin Smyk. „Erst als wir die alte Halle besichtigten, gab es einen Wow-Moment. Wir sind mit großem Respekt und einem sehr kompetenten Team mit Tragwerkplanern und Maschinenbauern an die Aufgabe herangegangen. Allein als Architekturbüro lässt sich ein solches Projekt nicht bewältigen.“

Zwischen Hangar und Bühne
Der Neubau sollte mehr als nur eine große, rundliche Garage werden. Für einen wirtschaftlichen Betrieb forderte die WDL, dass sich das große Volumen auch als Veranstaltungshalle für bis zu 1.500 Personen nutzen und wirkungsstark inszenieren lässt. Mit der Multifunktionalität wurden die Anforderungen an Wärme-, Schall- und Brandschutz deutlich komplexer und ließen sich nur mit einer massiven geschlossenen Hülle erfüllen. Dies stellte die Planer:innen vor die nächste Herausforderung: Eine harte Hülle, gleich welcher Art, würde sich zur Ein- und Ausfahrt der Luftschiffe nicht mehr so einfach kapuzenartig aufschieben lassen wie die Leichtbaustruktur des Vorgängers. Inspiriert von dessen filigraner Stahlstruktur suchte das Planungsteam nach einer zeitgemäßen und nachhaltigen Übersetzung dieser Ästhetik. So entwickelten die Ingenieurbüros Ripkens Wiesenkämper und Marx Krontal Partner eine innovative Tragwerkkonstruktion aus . . .
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