Snøhetta | Kunst-, Musik- und Designfakultät der Universität Bergen

Kunst-, Musik- und Designfakultät der Universität Bergen

Sichtbarkeit, Robustheit und Reduktion – das waren die Leitlinien bei der Planung der Kunstfakultät. Jeder soll schon von außen sehen, wie Kunst gemacht wird. Das Haus auf einer Industriebrache ist solide und hält jedwede Handwerksarbeit aus. Sein Design ist bewusst zurückhaltend – die Bühne gehört Kunst, Künstlerinnen und Künstlern.

Industrieerbe, kreativ interpretiert. Wie ein Gebäude eine ganze Fakultät verändern kann, welchen Einfluss Architektur auf jene haben kann, die ihr Angebot zu nutzen verstehen, lässt sich am Neubau der Fakultät Kunst, Musik und Design der Universität im norwegischen Bergen beobachten. Das Haus ist gewissermaßen ein gebautes Lehrprogramm. Anlass war die geplante Vereinigung mehrerer bislang in verschiedenen Gebäuden verstreuter Lehrbereiche unter einem gemeinsamen Dach. Die Standortwahl fiel auf das Grundstück der ehemaligen Kranfabrik Munck in einem innenstadtnahen, in Konversion befindlichen Industrieareal.

Die blinkende Fassade aus Rohaluminiumpaneelen soll noch Erinnerungen an die industrielle Vergangenheit vermitteln. Sie ist wie ein Puzzle aus unterschiedlichen Formaten zusammengesetzt, was individuelle Befensterung je nach Nutzung und Bedarf der Innenräume ermöglichte. Acht gläserne Erker bieten Einblicke in das Gebäude. Man beobachtet Studenten bei der Arbeit, beim Lesen oder Pausieren. Schon die Eingangsfront am Vorplatz, der seinerseits Ort für Aktivitäten der Hochschule ist, öffnet sich einladend wie ein riesiges Schaufenster. (...)