Vom Logo zum Raumkonzept

Studio COSMO | PUDIS Zentrale, Prag, Tschechien

Corporate Geometry: Studio COSMO zeigt bei der Revitalisierung der Prager PUDIS-Zentrale, wie sich Unternehmensidentität und historische Substanz verbinden lassen. In diesem Fall wurde die Geometrie des Firmenlogos zum Ausgangspunkt der Innenraumgestaltung.


Respektvolle Reduktion

Seit 2019 arbeitet die Infrastrukturplanungsgesellschaft PUDIS in einem neungeschossigen Verwaltungsbau aus den 1950er-Jahren im Prager Stadtteil Bubeneč, einem nüchternen Nachkriegsbau, der über die Jahre viele Schichten an Umbauten angesetzt hatte. Das Ingenieurbüro, das seit über fünf Jahrzehnten Brücken, Straßen und Verkehrssysteme plant, suchte nach einem räumlichen Pendant zu seiner Arbeitsweise: präzise, strukturiert, aber mit Gespür für Verbindungen. Mit der ersten Umbauphase beauftragte man Studio COSMO, das den funktionalen Auftrag, aus einer veralteten Kantine eine kompakte Kitchenette und einen großzügigen Meetingraum für 26 Personen zu schaffen, als Chance verstand, Ordnung und Identität neu zu verhandeln. „Zuerst haben wir Schichten aus Trennwänden und abgehängten Decken entfernt, um die Klarheit der Betonstruktur freizulegen“, erinnert sich das Team. Diese Geste der Befreiung legte die ursprünglichen Qualitäten des Gebäudes offen: Licht, Raumtiefe, Materialehrlichkeit. Betonrahmen, Tageslicht und Eichenparkett wurden zur Bühne einer ruhigen, fast kontemplativen Arbeitsatmosphäre. Anstatt die historische Substanz zu überformen, integrierten die Architekt:innen sie in die neue Identität. Ein Dialog zwischen Bestehendem und Gegenwärtigem, zwischen Rationalität und Sinnlichkeit entstand. Genau hier beginnt jene Richtung, die Studio COSMO auch in der weiteren Transformation fortschrieb: Architektur als präzise Choreografie aus Raum, Licht und Bedeutung.

Die Kreuzung als Konzept

Das zentrale Gestaltungsmotiv entspringt der Unternehmensidentität selbst. Das PUDIS-Logo (eine stilisierte Kreuzung, durch KNOW HOW solutions neu interpretiert) symbolisiert den Tätigkeitsbereich des Ingenieurbüros und wurde zur konzeptionellen Grundlage der gesamten Raumgestaltung. In maßgefertigten LED-Leuchten und akustischen Wandpaneelen wird das Kreuzungsmotiv abstrakt fortgeführt. Die eigens entworfenen Leuchten vernetzen die Kitchenette und den Besprechungsraum visuell. Ihr warmes Licht temperiert die strenge Geometrie und schafft zonierte Atmosphären: konzentriert und hell im Meetingraum, intim und entspannt in der Kitchenette. So entstand ein räumliches Pendant zur Firmenidentität, das sich nicht auf plakative Logos, sondern auf eine formale Logik stützt. . .

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Der ganzen Beitrag gibt es in unserer neuen ADDON.Magazine Büro & Objekt von architektur.aktuell 12/2026 zu lesen.

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