Wespi de Meuron Romeo | Casa ca., Ascona

Charakter finden • Eine grandiose Sicht auf den Lago Maggiore und die majestätischen Berge, imposante Palmen und ein mediterranes Flair: Die Lage der Casa ca. ist exklusiv. Sie erinnert an den nahen Monte Verità, der als Sehnsuchtsort einer arkadischen Landschaft und alternativen Welt diverse Pazifisten, Künstler oder Querdenker nach Ascona brachte. Ein Leben im Einklang mit der Natur galt als eines der obersten Prinzipien. Doch dieses romantische Bild entspricht nicht der Realität. Die Siedlungsfläche des ehemaligen Fischerdorfes mit seinem intakten historischen Kern dehnte sich ab 1960 vor allem gegen Norden aus, so dass die mehrheitlich anspruchslose Agglomeration nun mit der Nachbarsgemeinde Locarno verschmilzt. Die in Hanglage errichtete Casa ca. ist im Westen unmittelbar an das alte Zentrum angebunden. Anders als in der Tessiner Natur sind idyllische Momente selten: Im Quartier dominieren triviale Bauten, denen es an gemeinsamen Qualitätsmerkmalen fehlt. Ein typisches Element bilden aber die hohen Stützmauern – und genau hier setzten Wespi de Meuron Romeo Architekten bei ihrem Umbau an. Sie orientierten sich am traditionellen Natursteinmauerwerk, erhoben es zum ästhetischen Leitmotiv und transformierten das eher uninteressante Haus aus den 1960er-Jahren in eines mit ortsspezifischer Identität. Dabei artikulierte das Trio mit dem Stein nicht nur eine Referenz an die historischen Bauten im Tessin, sondern suchte auch den harmonischen Dialog mit der Natur. Die Casa ca. scheint den Geist des Monte Verità erneut zu entfalten – einfach architektonisch. (...)