Alles Boden!

Alles Boden!

Design und Gestaltung von Böden sind extrem wichtig: Worauf man schreitet, geht und steht, entscheidet ganz wesentlich über das Wohlbefinden mit – optisch, haptisch und akustisch. Je nach Anforderungsprofil werden verschiedene Eigenschaften schlagend: Böden in öffentlichen und halböffentlichen Räumen sind wesentlich stärker beansprucht als die zu Hause. Wer immer sich über Bodenbeläge aller Art von Fliesen, Parkett, Laminat über Teppich bis zu Kunstrasen informieren möchte, ist mit der DOMOTEX, der weltgrößten Messe für Böden und Teppiche bestens bedient. Über 1.200 Aussteller zeigten heuer von 14. bis 17. November auf 89.000 m2 ihre Produkte. Das ist ein Zuwachs von 3.500 m2 im Vergleich zu 2015. In puncto Publikum ist die DOMOTEX als weltweit wichtigste Messe ihrer Art eine wahrer Melting Pot: 60% aller Besucher sind aus dem Ausland und verleihen Hannover für die Zeit der Messe ein exotisch-internationales Flair.

Dialogreihen mit den Jungdesignern des Designer Trendtables und Alfredo Häberle, der mit Martin Haller vom Wiener Büro caramel über „Future Living“ diskutierte, sowie zwei weitere Gespräche mi Vera Hartmann vom Büro Sauerbruch-Hutton und Peter Haimerl über „Space & Acoustics“, sowie mit Tina Krammer und Werner Franz über „Consulting & Sustainability“ bereicherten die Messe inhaltlich. Um noch mehr Designer und Innenarchitekten anzusprechen, startete die DOMOTEX mit speziell ausgezeichneten Innovations@DOMOTEX – Bereichen in den Hallen 6, 9 und 17, in denen die innovativsten und zukunftsweisendsten Produkte besonders hervorgehoben wurden. Unter dem Vorsitz des Münchner Designers Stefan Diez wählte eine kompetente Fachjury aus Design, Architektur, Presse und Sachverständigen der Raumausstattung die 38 vielversprechendsten Produkte aus. „Wir haben spannende Produkte gesehen, die mit Kreativität und intelligenten Lösungen überzeugen. Spannend sind aber auch Produkte, die es bereits gibt, die aber durch ihre Weiterentwicklung innovativ sind“, so Stefan Diez. Klar im Trend liegen Designbeläge, die mit authentischen Oberflächenstrukturen natürlichen Materialien zum Verwechseln ähnlich sind. So kommt etwa der Design-Boden „Wood Classic EIR“ von Earthwerks in Textur, Struktur und Optik Echtholz schon täuschend nahe. Die X-Core Fliese des spanischen Unternehmens Euro Trade Flooring wieder besticht mit einer einzigartigen Hybridstruktur und einem mineralischen Kern, der sie temperaturunempfindlich macht. Sie sieht aus wie Holz, bleibt aber auch bei Temperaturschwankungen immer gleich und schrumpft nicht. Außerdem sind diese Fliesen mit dem X-Core-Click-System sehr leicht zu verbinden.

Auch Ressourcenbewusstsein und Ökologie spielen eine große Rolle: So kommt der PVC-Boden „Sphera Element“ von Forbo Flooring aus den Niederlanden ganz ohne gesundheitsschädliche Phthalate aus und ist sehr umweltfreundlich hergestellt. Er ist in 62 Farben mit hohem Reflektionsgrad zu haben und eignet sich für stark beanspruchte Einsatzbereiche wie Krankenhäuser oder Schulen. Die Schweizer Firma Li & Co. wiederum verarbeitete im Oberbelag von „Lico pur“ echtes Almheu, Kräuter und Blumen. Die „Hot-Coating“ Technologie macht den Boden mit den eingestreuten Wiesenstückchen strapazierfähig. Das italienische Unternehmen Aquafill verarbeitete alte Fischernetze aus Nylon zu hundert Prozent zum metallisch schimmernden, langen „Econyl Garn“. Dieses in silber- und Goldtönen glänzende Garn verleiht dem Teppichboden eine sehr edle Struktur.

Die britische Firma Havwoods ließ sich von der asiatischen Technik inspirieren, Holz durch Verkohlen widerstandsfähiger zu machen. „Shou Sugi Ban“ sind Schieferplanken mit starker, schwarzer Maserung in kontrastierenden, bunten Farbtönen, die sich als strapazierfähiger Boden einsetzen lassen, aber auch für den Möbelbau geeignet sind. Der italienische Hersteller Parchettificio Garbelotto entwickelte ein System aus Planken und Leisten, die sich sehr einfach nach einem „Clip up System“ ineinander schieben lassen, dabei aber ausreichend schwer und steif sind, um ohne Klebstoff aneinander zu haften. Sie sind also für temporäre Messestände, Einbauten aber auch für Mietwohnungen wunderbar geeignet. Diese Böden lassen sich nämlich ohne Kleber und ohne Spuren zu hinterlassen, auf (fast) jedem bestehenden Untergrund einfach auflegen – und ebenso einfach wieder abmontieren und wo anders anbringen. Auch das ist Nachhaltigkeit.

Auch für die besten handgeknüpften Teppiche wurden Innovations@DOMOTEX Carpet Design Awards vergeben: Mit Originalität, Schönheit und Nachhaltigkeit besticht der Teppich „Vlisco recycled“ der niederländischen Textildesignerin Simone Post. Die reine Baumwolle, die als Restmaterial der holländischen Textilfabrik Vlisco anfiel, verarbeitete Simone Post zu kreisrunden Teppichen weiter. Die runde Form verweist auf die Stoffrollen in den Fabrikshallen, aufgrund der unterschiedlichen Farbtöne der recycelten Baumwolle ist jeder dieser runden Teppiche ein Unikat. Dieser Teppich wurde in der Kategorie „Bestes Design Studiokünstlerteppiche“ auch mit enem Carpet Design Award prämiert. In der Sparte „Bestes modernes Design Superior“ überzeugte der Teppich „Supermoon“ von Sterling Rugs: er punktet vor allem mit seinem handgeknüpften Motiv: ein Vollmond am nachtschwarzen Horizont, der sich im Wasser spiegelt. Als beste klassisch-moderne Kollektion beurteilte die internationale Jury unter dem Vorsitz der New Yorker Teppichdesignerin Stephanie Odegard die sehr abstrakt-puristisch anmutende „Alasht Collection“ von Edelgrund, beim Flachgewebe überzeugte das horizontal-authentische Design „Scandiavian Flatweave 2“ von Rug & Kilim. Die Preisträger in den anderen Kategorie und die nominierten aber beweisen eindrucksvoll, welch Gestaltungsvielfalt in Design und Machart der Teppiche liegt.

www.domotex.de