Fassadenbegrünung

Innovativ und ökologisch

Mit begrünten Fassaden können vor allem in dicht bebauten Wohngebieten wertvolle Grünflächen geschaffen werden. Auch immer mehr Eigenheimbesitzer erkennen die Vorteile eines vertikalen Gartens.


Geeignete Pflanzen zur Fassadenbegrünung

Für die Fassadenbegrünung eignen sich verschiedene Arten von Kletterpflanzen, die in Selbstklimmer und Gerüstklimmer unterteilt werden. Selbstklimmende Pflanzen wie Efeu, Trompetenwinde, Kletterhortensie und Wilder Wein benötigen keine Kletterhilfe, sondern ranken mithilfe von Haftwurzeln an der Fassade hinauf. Gerüstklimmer wie Clematis, Knöterich, Winterjasmin, Pfeifenwinde oder Kletterrose benötigen dagegen eine Rankhilfe, die der Fassade vorgelagert ist. Für die Fassadenbegrünung werden meist Seilsysteme, Holz- oder Metallgitter verwendet. Bauelemente wie Dachpfeiler, Geländer oder Fallrohre können ebenfalls als Rankhilfe genutzt werden, sofern sie das zusätzliche Gewicht der Pflanzen unbeschadet tragen können.

Vorteile eines vertikalen Gartens

Fassadenbegrünung bietet einen natürlichen Lärmschutz und kann Außengeräusche um bis zu zehn Dezibel reduzieren. Sie schützt ebenfalls die Bausubstanz vor Umwelteinflüssen wie Sonneneinstrahlung, Schmutzablagerungen, Hagel oder Schlagregen. Des Weiteren filtert ein vertikaler Garten Staub und Schadstoffe wie Kohlendioxid aus der Luft und leistet so einen wichtigen Beitrag zum städtischen Umweltschutz. Begrünte Fassaden bieten außerdem Lebensraum und Nahrungsangebot für verschiedene Vogel- und Insektenarten. Schlichte Fassaden werden durch eine ansprechende Begrünung aufgewertet. Als zusätzliche Dämmschicht verbessert die Fassadenbegrünung das Raumklima im Sommer und reduziert während der Wintermonate den Energieverbrauch.

Vertikale Gartenpflege

Wie alle Pflanzen benötigt auch der Fassadenbewuchs regelmäßige Pflege. In Frühjahr und Herbst sollte die Fassadenbegrünung mithilfe einer stabilen Leiter oder eines Baugerüstes kontrolliert werden. Überstehende Triebe an Türen, Fenstern, Belüftungsgittern und Dachrinnen müssen zurückgeschnitten werden. Bei Gerüstklimmern sollte außerdem die Kletterhilfe regelmäßig gewartet werden. Gerade bei Efeu als ausgewählter Kletterpflanze ist es wichtig, auf Risse in der Fassade zu achten und diese baldmöglichst zu reparieren. Die Wurzeln des Efeus kriechen bevorzugt in Ritzen und verbreitern sich, wodurch weitere Fassadenschäden entstehen. Das Gießen der Fassadenbegrünung ist normalerweise nur bei anhaltender Trockenheit erforderlich und erfolgt am besten nachmittags oder abends, damit das Wasser nicht in der Mittagshitze verdunstet.

Wichtiges zur Planung

Material und Zustand der Fassade sind maßgeblich für die Auswahl der Fassadenbegrünung. Selbstklimmer verbinden sich direkt mit der Fassade und lassen sich nach einigen Jahren nur unter großem Aufwand wieder entfernen. Anschließend muss die Fassade außerdem saniert werden. Gebäude mit Fachwerk, Wärmedämmputz, Fassadenverkleidungen oder wasserabweisenden Oberflächen sind für selbstklimmende Pflanzen ungeeignet. Gerüstklimmer lassen sich jedoch an den meisten Fassaden verwenden. Rissige Außenwände sollten vor der Begrünung repariert werden. Ost- und Westseite eignen sich am besten für einen vertikalen Garten. An der Nordseite fehlt den Kletterpflanzen das Licht, an der Südseite trocknen sie dagegen durch intensive Sonneneinstrahlung schneller aus. Auch die Windlast muss bei der Planung einer Fassadenbegrünung berücksichtigt werden. Neben bodengebundener Fassadenbegrünung findet auch fassadengebundener Bewuchs immer mehr Anwendung. Hierbei haben die Pflanzen keinen Bodenkontakt, sondern werden genau wie eine vorgehängte Fassade vor die Außenwand montiert. Dadurch entsteht jedoch ein höherer Pflegeaufwand, da die Kletterpflanzen Wasser und Nährstoffe nicht aus dem Erdboden ziehen können.

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