Kreislauf als Haltung – das neue Komptech Headquarter in Frohnleiten

Mit dem neuen Hauptsitz in Frohnleiten markiert Komptech, internationaler Anbieter von Umwelt- und Recyclingtechnik, einen architektonischen Wendepunkt. Das vom Atelier Thomas Pucher entworfene Gebäude steht nicht nur für funktionale Effizienz und Nachhaltigkeit, sondern auch für eine klar artikulierte architektonische Haltung: die Transformation von Kreislaufprinzipien in eine räumlich-ästhetische Sprache. 

Das 3.500 Quadratmeter große Headquarter ist als Niedrigstenergie- bzw. klimaaktiv-Gold- und ÖGNI-Gold-konformes Bürogebäude konzipiert. Wesentliche Maßnahmen sind eine Kombination aus Fernwärme und Luftwärmepumpen, der Einsatz recyclingorientierter Baustoffe und Photovoltaik mit horizontalen und vertikalen Elementen.  

Neben der Nachhaltigkeits- und Haustechnikstrategie ist das neue Headquarter von Komptech aber hauptsächlich auch als offener, kommunikativer Arbeitsplatz gedacht. Ein Atrium mit umlaufenden Büros, Seminar- und Ausstellungsflächen bringt Licht, Transparenz und Begegnung ins Zentrum.  

Doch das eigentliche Gesicht des Hauses liegt in seiner vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) – sie ist nicht nur eine Hülle, sondern eine 

Hülle mit Charakter 

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade basiert auf einem eigens entwickelten Aluminium-Racking-System, das die Architektur mit einer feingliedrigen, modularen Struktur überzieht. Durch die Verbindung von mehreren, unterschiedlichen Systemen wie Trapezblechen, PV-Modulen, Aluverbundblechen und Lamellenfassadenteilen entsteht ein Raster, der dem Baukörper Maß und Ruhe verleiht und Tiefe und klare Proportionen erzeugt.Gestalterisch sind dem planenden Architekten bei Verwendung von unterschiedlichsten Materialien und Farben keine Grenzen gesetzt und die Vielseitigkeit einer VHF wird bei diesem Projekt deutlich. Durch leichte Vorsprünge, Schattenspiele und die präzise Tektonik entsteht eine Fassade, die trotz industrieller Rationalität eine einfache Lebendigkeit ausstrahlt.  

Die Farbgebung – warme, erdige Töne mit metallischem Schimmer – bindet den Bau in die umgebende Landschaft ein. So kontert die technische Strenge der Aluminiumprofile mit einer fast topografischen Weichheit und entwickelt ein Spannungsfeld zwischen industrieller Klarheit und landschaftlicher Einbettung, das dem Gebäude eine unverwechselbare Präsenz verleiht. 

Funktion und Ästhetik im Gleichgewicht 

Die Fassade ist aber nicht nur Ausdruck, sondern auch Instrument. Photovoltaikmodule sind in das Rastersystem integriert, sodass sich Energiegewinnung und architektonische Ordnung optimal ergänzen. Der modulare Aufbau erlaubt Austausch und Nachrüstung und macht damit die Fassade zu einem wandelbaren und zukunftsfähigen Element. Hinterlüftung, thermische Trennung und die Verwendung recyclingfähiger Materialien sorgen dafür, dass die ästhetische Oberfläche bauphysikalisch wie ökologisch überzeugt. 

Im Zusammenspiel mit der Bauteilaktivierung und der Gebäudeleittechnik wird die Fassade zum aktiven Teil des energetischen Systems. Sie steht nicht für dekorative Repräsentation, sondern für eine Haltung, in der Gestaltung und technische Intelligenz gleichrangig sind. 

So ist die Fassade weit mehr als eine Hülle. Sie ist das Manifest eines Unternehmens, das Recycling nicht nur als Geschäftsfeld, sondern als kulturelle Praxis versteht. Architektur wird hier zum Botschafter dieser Haltung: präzise, robust und zukunftsorientiert. 

Für die Planung und Ausführung der Montage zeichnete sich die Firma Rudolf Schmidhofer GmbH aus Altenfelden (www.schmidhofer.at), einem Mitglied des ÖFHF (www.oefhf.at) verantwortlich. 

Foto: ©Natascha Unkart & Isabelle Köhler / @studiokoekart

Das Besondere an diesem Projekt für die Firma Rudolf Schmidhofer GmbH war die Verwendung unterschiedlichster Materialien sowie deren harmonische Kombination. So wurde an der Fassadenfront eine PV-Modulfassade realisiert, die mit hochglänzenden, schwarzen Aluverbundplatten sowie einer Lamellenfassade kombiniert wurde. Dies erforderte eine besonders enge Abstimmung mit dem Elektriker, um die fachgerechte Verbindung der PV-Elemente sicherzustellen. 

Am Hauptbaukörper kamen Trapezbleche zum Einsatz, die im eigenen Betrieb gefertigt wurden. Auch wenn in der Planungsphase bereits zahlreiche Details wie Übergänge, Verschnitte und Anpassungen berücksichtigt werden konnten, waren dennoch einzelne Anpassungen direkt vor Ort notwendig, um ein durchgängiges, stimmiges Gesamtbild zu erzielen. 

Bei der Auswahl der verbauten Materialien legte der Bauherr großen Wert auf den Nachweis von Umwelt- und Nachhaltigkeitszertifikaten. Dazu zählten unter anderem das AUF-Zertifikat, die EPD-Umwelt-Produktdeklaration sowie das jeweilige Recycling Sheet der Hersteller, um den Werten und der nachhaltigen Haltung von Komptech gerecht zu werden. 

Seit nahezu 120 Jahren steht die Firma Schmidhofer für Qualität, Professionalität und maßgeschneiderte Lösungen. Vertrauen und Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden bilden seit jeher das Fundament aller Tätigkeiten – von der sorgfältigen Planung bis zur fachgerechten Umsetzung. 

Gerade im Bereich der Ausführung profitieren Auftraggeber von der außergewöhnlichen Vielseitigkeit der Rudolf Schmidhofer GmbH, die fünf verschiedene Gewerke in einem Unternehmen vereint: Dachdecker, Spengler, ausführender Baumeister, ausführender Zimmerermeister sowie Kranverleih. Durch diese einzigartige Bündelung von Kompetenzen können auch komplexe Anforderungen effizient, flexibel und in höchster Qualität umgesetzt werden. 

Weitere Referenzen der Firma Rudolf Schmidhofer GmbH finden Sie HIER – lassen Sie sich inspirieren! 

www.oefhf.at 
www.schmidhofer.at