Spiegelbild der Innovation 

Das neue Headquarter der Hintsteiner Group in Sankt Barbara im Mürztal als Manifest einer neuen Industriearchitektur mit einer Fassade als Hauptdarstellerin 

Industriebauten gelten selten als architektonische Statements. Umso bemerkenswerter ist das neue Headquarter der Hintsteiner Group in Sankt Barbara im Mürztal, das diese Erwartungshaltung konsequent durchbricht. Der 2023 fertiggestellte Neubau des steirischen Carbon- und Kunststoffspezialisten verbindet Produktion, Forschung und Unternehmensrepräsentanz zu einem architektonischen Gesamtkonzept.  

Für diese architektonische Qualität wurde das Gebäude 2024 mit dem BIG SEE Architecture Award ausgezeichnet. Der international renommierte Preis würdigt herausragende Architekturprojekte in Südosteuropa und zeichnet Bauwerke aus, die durch Innovation, Nachhaltigkeit, Funktionalität und gestalterische Exzellenz überzeugen. Das Hintsteiner-Headquarter wurde dabei in der Kategorie Industrial Buildings & Workspace als Sieger prämiert und zählt heute zu den bemerkenswertesten Industriegebäuden Österreichs.  

Architektur als Ausdruck der Unternehmensidentität 

Die Hintsteiner Group zählt zu den führenden österreichischen Spezialisten für Carbon-, Kunststoff- und Faserverbundtechnologien. Kunden aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau sowie der Luftfahrt vertrauen auf die Innovationskraft des Unternehmens. Mit dem neuen Headquarter in Sankt Barbara im Mürztal erhielt diese Innovationskraft auch einen architektonischen Ausdruck. Der Entwurf des Brucker Architekten Klaus Pizzera versteht sich nicht als reine Produktionsstätte, sondern als gebaute Unternehmensidentität – ein Gebäude, das Technologie, Präzision und Zukunftsorientierung als „Eye-Catcher“ sichtbar macht und dabei trotzdem die Funktionalität eines Industriegebäudes behält. 

Die Fassade – zwischen Reflexion und Leichtigkeit 

Das prägende Merkmal des Gebäudes ist dabei seine außergewöhnliche Fassadenlösung. Während bei vielen Industriebauten die Gebäudehülle lediglich funktionale Aufgaben übernimmt, wird sie hier zum zentralen architektonischen Gestaltungselement und zur eigentlichen Identität des Bauwerks. 

Großformatige, verspiegelte Glaspaneele als Bekleidung der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) umhüllen den Baukörper und erzeugen ein ständig wechselndes Erscheinungsbild. Himmel, Wolken, Lichtstimmungen und die umgebende Landschaft spiegeln sich in der Oberfläche wider, lassen das Gebäude je nach Tageszeit und Witterung unterschiedlich erscheinen und geben ihm eine unvergleichliche naturnahe Tiefenwirkung. Mal tritt der Baukörper klar hervor, mal scheint er nahezu mit seiner Umgebung zu verschmelzen. Der Industriebau wird damit nicht als Fremdkörper wahrgenommen, sondern als Teil seines räumlichen Kontextes, der mitten in einem stark frequentierten Hotspot sofort ins Auge sticht. 

Die Jury des BIG SEE Awards hob ausdrücklich die „freischwebende Wirkung“ der Architektur hervor. Massive Baumaterialien wie Stahlbeton und Ziegel treten optisch in den Hintergrund, während die reflektierende Glasfassade dem Baukörper eine beinahe immaterielle Erscheinung verleiht. 

Architektonische Qualität mit nachhaltiger Perspektive - VHF 

Die Entscheidung für eine hinterlüftete Fassade (VHF) mit dem Bekleidungselement Glas als dominierendes Fassadenmaterial erfolgte seitens Bauherren bewusst. Neben der gestalterischen Qualität spielte insbesondere die langfristige Beständigkeit eine zentrale Rolle. Eine hinterlüftete Fassade besitzt eine hohe Witterungsresistenz und Energieeffizienz, während die Glasfront über Jahrzehnte farbstabil bleibt und die optische Wirkung weitgehend unverändert bewahrt. 

Gerade für ein Unternehmensgebäude, das die Innovationskraft seines Bauherrn repräsentieren soll, waren diese Vorzüge der Fassadenlösung wesentliche Entscheidungskriterien. Für die Trägerplatten der Fassadenkonstruktion wurde zudem Recyclingglas verwendet und damit zusätzlich der Gedanke der Kreislaufwirtschaft unmittelbar in die Gestaltung integriert. Die architektonische und wirtschaftliche Aussage soll nicht nur heute, sondern auch in vielen Jahren noch dieselbe Qualität besitzen. 

Für die Montage der anspruchsvollen Fassadenkonstruktion zeichnete sich die Karl Leist GmbH aus Fernitz-Mellach, einem Mitglied des ÖFHF (Österreichischer Fachverband für hinterlüftete Fassaden) verantwortlich. Das steirische Unternehmen mit über 140 Mitarbeitern zählt zu den erfahrenen Spezialisten für vorgehängte hinterlüftete Fassaden und verfügt über langjährige, umfassende Expertise in der Umsetzung architektonisch hochwertiger Gebäudehüllen.  

Gerade bei einem Projekt wie dem neuen Headquarter der Hintsteiner Group kam es auf höchste Präzision in der Ausführung an: Die großformatigen, spiegelnden Fassadenelemente verlangten ein exaktes Zusammenspiel von Unterkonstruktion, Bekleidung und Detailanschlüssen, um die gewünschte Leichtigkeit und die markante Reflexionswirkung der Gebäudehülle zu erzielen. Mit ihrer Erfahrung im Bereich komplexer VHF-Konstruktionen leistete die Karl Leist GmbH einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die architektonische Vision des Entwurfs bis ins Detail umgesetzt werden konnte und die Fassade heute als prägendes Merkmal des ausgezeichneten Industriebaus wahrgenommen wird. 

Aus Sicht der Fassadenarchitektur stellt das Projekt ein bemerkenswertes Beispiel dafür dar, wie Materialität, Wahrnehmung, Nachhaltigkeit und Unternehmensidentität zu einem ganzheitlichen Konzept verschmelzen können. 

HIER finden Sie weitere Informationen und Inspirationen der Karl Leist GmbH und folgen Sie dem ÖFHF für weiterführende Informationen zu vorgehängten hinterlüfteten Fassaden. 
 
 
www.oefhf.at 
 
www.lewu.at