07
Feb

Home Stories | 100 Jahre, 20 visionäre Interieurs

Key Visual der Ausstellung »Home Stories«, Illustration: Daniel Streat, Visual Fields, © Vitra Design Museum; Lina Bo Bardi, Casa de Vidro, São Paulo, 1952, © Instituto Bardi / Foto: Francisco Albuquerque

Vitra Design Museum

Charles-Eames-Str. 2
79576 Weil am Rhein
Deutschland

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Täglich: 10 – 18 Uhr

Unser Zuhause ist Ausdruck unseres Lebensstils, es prägt unseren Alltag und bestimmt unser Wohlbefinden. Mit der Ausstellung »Home Stories. 100 Jahre, 20 visionäre Interieurs« initiiert das Vitra Design Museum eine neue Debatte über das private Interieur, seine Geschichte und seine Zukunftsperspektiven. Die Ausstellung führt den Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit und zeigt, wie sich gesellschaftliche, politische und technische Veränderungen der letzten 100 Jahren in unserem Wohnumfeld widerspiegeln. Im Zentrum stehen die großen Zäsuren, die das Design und die Nutzung des westlichen Interieurs geprägt haben – von aktuellen Themen wie knapper werdendem Wohnraum und dem Verschwinden der Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben über die Entdeckung der Loftwohnung in den 1970er Jahren, aber auch dem Siegeszug einer ungezwungeneren Wohnkultur in den 1960ern und dem Einzug moderner Haushaltsgeräte in den 1950ern bis hin zu den ersten offenen Grundrissen der 1920er Jahre. Diese Umbrüche werden anhand von 20 stilbildenden Interieurs veranschaulicht, darunter Entwürfe von Architekten wie Adolf Loos, Finn Juhl, Lina Bo Bardi oder Assemble, Künstlern wie Andy Warhol oder Cecil Beaton sowie der legendären Innenarchitektin Elsie de Wolfe.


Die Gestaltung und Produktion von Möbeln, Textilien, Dekorationselementen und Lifestyle-Accessoires für das Zuhause beschäftigt heute eine gigantische, globale Industrie. Die neuesten Interieur-Trends unterhalten eine ganze Medienlandschaft aus Zeitschriften, Fernsehsendungen, Blogs und Social-Media-Kanälen. Doch während soziale und architektonische Themen wie die Frage nach bezahlbarem Wohnraum heute lebhaft debattiert werden, findet eine ernsthafte gesellschaftliche Auseinandersetzung über das Wohninterieur nicht statt. Dies soll die Ausstellung »Home Stories« ändern. Die ausgewählten Interieurs zeigen, in welchem Maße die Gestaltung von Wohnräumen durch einzelne Gestalterpersönlichkeiten, aber stets auch durch Einflüsse aus Kunst, Architektur, Mode oder Set-Design beeinflusst werden. Während viele Interieurs heute eine von Möbelanbietern oder Instagram vorgelebte Monotonie aufweisen, zeigt die Ausstellung mit einer Fülle von Exponaten, was für eine reiche, überraschende Disziplin Interior Design sein kann. Auf eindrückliche Art und Weise wird damit die jüngere Geschichte des privaten Wohnens neu entdeckt.

Verner Panton, Phantasy Landscape im Rahmen der Ausstellung Visiona 2, Köln, Deutschland, 1970 © Verner Panton Design AG, Basel

Verner Panton, Phantasy Landscape im Rahmen der Ausstellung Visiona 2, Köln, Deutschland, 1970 © Verner Panton Design AG, Basel

Die Ausstellung »Home Stories« beginnt mit zeitgenössischen Interieurs, die das gegenwärtige drastische Umdenken im Wohnbereich skizzieren. Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich den radikalen Traditionsbrüchen im Interior Design von den 1960er bis zu den 1980er Jahren. Eine weitere entscheidende Phase in der Entstehung des modernen Interieurs war die unmittelbare Nachkriegszeit, als die moderne Formensprache der Avantgarde den Weg in immer mehr Wohnungen der westlichen Welt fand. Die Ursprünge des modernen Interieurs verortet die Ausstellung in den zukunftsweisenden Wohn- und Einrichtungskonzepten der 1920er und 1930er Jahre, die bis heute viele Wohnräume prägen.

Anders als heute standen Wohnfragen in dieser Entstehungszeit des modernen Interieurs im Zentrum lebhafter, oft politischer Debatten. Diese Debatten bewegten sich auch in den folgenden Jahrzehnten zwischen den Polen der Funktionalität und Reduktion einerseits, sowie den Polen der Individualität und Ornamentierung andererseits. Dieser Gegensatz prägt unsere Interieurs bis heute. Die Ausstellung »Home Stories« präsentiert entscheidende Wegmarken dieser Entwicklung und zeigt, dass die Leitfrage dieser Debatte heute noch genauso aktuell ist wie vor 100 Jahren: »Wie wohnen?«

Im Rahmen der Ausstellung wird auch die begehbare Rekonstruktion der »Visiona 2« des dänischen Designers Verner Panton im Feuerwehrhaus zugänglich sein. Die organisch geformte Wohnlandschaft in Rot- und Blautönen, inspiriert von Popkultur und Science-Fiction, gilt als eines der ungewöhnlichsten Wohninterieurs des 20. Jahrhunderts.


Opening Talk »How to Live?«
Arno Brandlhuber und Joseph Grima im Gespräch mit Jochen Eisenbrand
Freitag, 7. Februar 2020, 18 Uhr
Feuerwehrhaus

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung »Home Stories. 100 Jahre, 20 visionäre Interieurs« spricht Ausstellungskurator Jochen Eisenbrand mit dem Architekten Arno Brandlhuber sowie Joseph Grima, Creative Director der Design Academy Eindhoven. Dabei geht es um die Kernfragen der Ausstellung und des Interior Design überhaupt: Wie beeinflusst uns das Interieur, in dem wir leben? Welchen Herausforderungen müssen sich Innenarchitekten heute stellen? Und was macht eigentlich ein gutes Interieur aus?

Der Talk findet in englischer Sprache statt.
Eintritt frei, Anmeldung bis zum 31. Januar 2020 unter events@design-museum.de

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