05
Mai

Natascha Paulick | Granddaughter Meets Grandfather

Natascha Paulick: Zwischentöne (Inkjet Print auf Barytpapier, 2020)

Architektur Galerie Berlin

Karl-Marx-Allee 96
10243 Berlin
Deutschland

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Di – Fr 14 – 19 Uhr
Sa 12 – 18 Uhr

Jeder Mensch weiß etwas von seinem Arzt, seinem Frisör, seinem Nachbarn, aber wer kennt seinen Architekten, jenen Mann, der doch so entscheidend über seine Lebensräume bestimmt?

G. Große/K. Nitsch

Diese Frage thematisiert Natascha Paulick auf besondere Weise. Denn sie lebt in eben jener Wohnung, die ihr Großvater Richard Paulick (1903–1979) 1953 für seine Familie entwarf – in der Berliner Karl-Marx-Allee (bis 1961 Stalinallee), für deren Gesamtplanung er auch verantwortlich war. Folgerichtig setzt sie sich auf mehreren Ebenen mit der Person und dem Werk ihres Großvaters auseinander. Dafür kombiniert Natascha Paulick unterschiedliche Artefakte, deren Anordnung und Gewichtung sie als Momentaufnahme ihrer Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Erbe versteht.

Ihre atmosphärischen Fotografien von Paulicks Bauten in Berlin, Dessau und Halle-Neustadt zeigen vor allem das Momenthafte und Suchende ihrer persönlichen Annäherung. Die ausgewählten Briefe, unter anderem aus dem Briefwechsel Richard Paulicks mit Walter Gropius und Xanti (Schawinski) wiederum eröffnen eine ganz andere Perspektive: Sie erlauben Einblicke in die berufliche und private Gedankenwelt des Autors und spiegeln gleichzeitig den historischen Kontext wieder. Eine weitere Facette liefern die Tonaufzeichnungen aus einem Interview mit Richard Paulick von 1969.

Natascha Paulick ist Schauspielerin und Fotografin, darüber hinaus arbeitet sie an einer Langzeitdokumentation über Richard Paulick. Der Poelzig-Schüler war Assistent und Büroleiter von Walter Gropius. 1933 emigrierte er nach Shanghai. 1949 ging er in die DDR, wo er unter anderem die Wiedererrichtung der zerstörten Staatsoper verantwortete und Chefarchitekt für Hoyerswerda und Halle-Neustadt war.

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