22
Okt

"Öffentlich versus privat" | Zur Rolle von Staat und Wirtschaft in Raum und Gesellschaft

"Öffentlich versus privat" – © Reinhard Seiß

NÖ Landesbibliothek

Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
Österreich

- Uhr

Das überkommene Verständnis davon, was Sache des Staats und Sache der Wirtschaft ist, hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert – auch in der Planung und Entwicklung des Siedlungsraums: Autobahnen werden in Form von PPP-Modellen privat (vor)finanziert. Der öffentliche Verkehr unterliegt zunehmend betriebswirtschaftlichen Zielsetzungen. Der Wohnbau – in Österreich über Jahrzehnte überwiegend staatlich subventioniert und preislich reguliert – wird immer mehr zum Gegenstand gewinnorientierter Investments. Und sogar langfristige, übergeordnete Planungskonzepte werden von Ämtern an kommerziell tätige ExpertInnen ausgelagert. 

Gleichzeitig mehren sich die Forderungen, der freien Verfügbarkeit über privates Eigentum endlich Schranken zu setzen: Soll knapper Grund und Boden der Spekulation unterliegen, darf Bauland gehortet werden – und sollen Widmungsgewinne beim Liegenschaftseigentümer verbleiben? Ist es legitim, Wohnungen und Geschäftslokale leer stehen zu lassen, trotz Wohnungsknappheit und verödender Erdgeschoßzonen? Und wer darf den öffentlichen Raum für welche Zwecke okkupieren bzw. kommerzialisieren? 

Der politische Umgang mit all diesen Fragen hat weitreichende Folgen für Raum und Gesellschaft. Wie die Antworten letztlich ausfallen, hängt ganz wesentlich davon ab, ob die Bürgerinnen und Bürger dazu bereit sind, den Interessen der Wirtschaft ihre Interessen an einer nachhaltigen – also auch sozial gerechten und volkswirtschaftlich effizienten – Siedlungsentwicklung entgegenzustellen. Für kritische Analysen und alternative Modelle lädt ORTE auch diesmal Fachleute aus dem In- und Ausland ein und stellt ihre Positionen dem Publikum zur Diskussion.

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