25
Okt

Stadtmacherei | Kreative Arbeit für das Nürnberg von morgen

Rendering zur Ausstellung "Stadtmacherei", 2020 Pawlik/Poppe für dform, Wien

Neues Museum

Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg
Luitpoldstraße 5
90402 Nürnberg
Deutschland

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Die Ausstellung Stadtmacherei setzt sich mit der bedeutenden Rolle selbst­stän­di­ger kreativer Arbeit bei der Mitgestaltung einer lebenswerten Stadt des  21. Jahr­hunderts auseinander. Sie würdigt diese mit einer multimedialen Präsentation mit über 40 exemplarisch ausgewählten Projekten und Initiativen aus der Metropol­region Nürnberg, die heute schon wichtige Impulse für das Leben und Arbeiten in der ,Stadt von morgen‘ setzen.


Mit Stadtmacherei präsentieren das Neue Museum Nürnberg und das N2025 Be­werbungsbüro in vier Kategorien Projekte und Initiativen, die auf unterschiedliche Art und Weise das kulturelle und gesellschaftliche Leben im urbanen Raum mitge­stalten und bereichern. Auf Basis einer offenen Auffassung von kreativer Arbeit präsentieren sich Akteur_innen aus unterschiedlichen Bereichen, die sich ent­weder mit der Verwendung lokaler Ressourcen und Produktionsmittel beschäf­ti­gen, sich für ein soziales Miteinander einsetzen und Menschen zusammenbringen oder leicht zugängliche Kulturangebote schaffen. Mit Videos, Bildern und Texten bietet Stadtmacherei einen bunten Querschnitt durch die vielfältigen kreativen Szenen in und um Nürnberg.

Die exemplarisch vorgestellten Initiativen zeichnen sich durch sozial oder ökolo­gisch nachhaltiges Handeln aus und engagieren sich konkret in Bereichen wie etwa Müllvermeidung, lokales Produzieren und Konsumieren, inklusives Arbeiten, Sharing Economy, Secondhand, traditionelles Handwerk, soziales Miteinander, selbstverwaltete Kulturszenen oder Umnutzung von Leerstand. Sie schaffen neue Räume und Formate für Kommunikation, zum Netzwerken und entwickeln Mög­lichkeiten für eine Einbindung von Bürger_innen in die Stadtgestaltung.

Die Ausstellung im Foyer des Neuen Museums ist ein begehbares mediales Archiv, dessen Video-Screens von den Besucher_innen interaktiv bedient und somit die kreativwirtschaftlichen Szenen erforscht werden können. Über Interviews, Bilder und Texte vermitteln die Protagonist_innen selbst ihre Visionen. Sie sprechen über Chancen wie auch Defizite in ihrem Lebens- und Arbeitsraum und disku­tie­ren neue Konzepte zur Mitgestaltung ihrer Stadt von morgen.

Das Projekt Stadtmacherei soll auch zum Mitmachen und Initiieren weiterer ge­sellschaftlich relevanter Projekte anstiften und Inspirationen für Gestaltungs- sowie Handlungsräume liefern, in denen ganz alltägliche Probleme gelöst, aber auch neue Ideen formuliert werden können.

Inspiration und gestalterische Anleihe zur Umsetzung von Stadtmacherei lieferte Ken Isaacs legendärer, multimedialer Wissensraum, die Knowledge-Box von 1962. Ähnlich wie dieser Vorläufer setzt auch die digitale Neuinterpretation in Nürnberg als zeitgenössische Form des begehbaren Medien- und Wissensraums auf die ku­mulative Informationsvermittlung – allerdings mit wesentlichen Adaptionen: Die aktuelle Installation verlässt die bisweilen psychodelische Inszenierung im Stil der 1960er-Jahre, die „Mind-Altering-Box“, wie diese damals auch genannt wur­de. Sie eröffnet ein gut strukturiertes Archiv mit mehreren Zugangsebenen zu den Projekten und Initiativen. Auch überführt die heutige Version die mono­direk­tio­nale Kommunikation in eine interaktive Nutzbarkeit, die zahlreiche relationale Ver­dichtungen und Querverbindungen erlaubt.

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